FeedWeber (Ernst Heinr.)
ReligionBrockhaus 1882

Weber (Ernst Heinr.), ausgezeichneter Physiolog und Anatom, geb. 24. Juni 1795 zu Wittenberg, Sohn des gelehrten Theologen Michael W. (geb. 6. Dez. 1754 zu Gröben bei Weißenfels, gest. als Professor 1. Aug. 1833 zu Halle), widmete sich, auf der Fürstenschule zu Meißen vorbereitet, in Wittenberg und Leipzig der Medizin. Seiner Habilitation als Privatdocent zu Leipzig folgte schon 1818 die Anstellung als außerord. Professor der vergleichenden Anatomie und 1821 als ord. Professor der menschlichen Anatomie, wozu er 1840 auch noch die Professur der Physiologie übernahm. Er starb 26. Jan. 1878 in Leipzig. Außer seinen Schriften: Anatomia comparata nervi sympathicis (Lpz. 1817), De aure et auditu hominis et animaliumo (Lpz. 1820), der gemeinschaftlich mit seinem Bruder Wilhelm herausgegebenen «Wellenlehreß (Lpz. 1825), den „Zusätzen zur Lehre vom Bau und von der Verrichtung der Geschlechtsorganen (Lpz. 1846), verdienen seine physiol. und anatom. Abhandlungen in Zeitschriften, sowie seine akademischen Gelegenheitsschriften die größte Beachtung. Letztere erschienen unter dem Titel: „Annotationes anatomicae et physiologicaes (Lpz. 1851) gesammelt. Auch besorgte er Ausgaben von Rosenmüllers Lehrbuch der Anatomies und Hildebrandts Handbuch der Anatomiev. W. hat sich um die menschliche, die vergleichende und die mikrostopische Anatomie, sowie um die Entwickelungsgeschichte der Tiere und die Physiologie die größten Verdienste erworben. Besonders zu erwähnen sind seine Untersuchungen über das Gehörorgan der mit einem feinern Gehörsinne begabten Arten der Fische, die Auffindung eines Rudiments des Uterus bei dem männlichen Geschlecht der Menschen und Säugetiere, die Untersuchungen über den Drucksinn, Temperatursinn und Ortssinn in der Haut des Menschen, sowie die Bestimmung der Feinheit dieser Sinne durch Messungen und die Forschungen über die Wellenbewegung und Strombewegung des im Kreislaufe bewegten Blutes. Vgl. Ludwig, Rede zum Gedächtnis an E. H. Weber(Lpz. 1878). Theodor W., Sohn des vorigen, geb. 18. Aug. 1829 in Leipzig, studierte 1849—54 Medizin in Göttingen und Leipzig, wurde 1859 außerord. Professor in Leipzig und 1862 ord. Professor der Pathologie und Therapie in Halle, sowie Direktor der mediz. Klinik daselbst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 481Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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