Weber (Joh. Jak.), verdienter deutscher Buchhändler, geb. 3. April 1803 zu Basel, besuchte daselbst das Göymnasium und kam 1819 als Lehrling in die Buchhandlung von E. Thurneisen. Nachdem er dieselbe 1825 verlassen, war er nacheinander in Stellung bei Paschoud in Genf, Didot in Paris, Breitkopf u. Härtel in Leipzig und bei Herder in Freiburg, bis er Mitte 1830 als Geschäftsführer in das Haus Bossange Pere in Leipzig eintrat, woselbst er (1833) unter dieser Firma das „Pfennigmagazino herausgab. Am 15. Aug. 1834 begründete W. unter der Firma J. J. Weber zu Leipzig ein eigenes Geschäft, in welchem er alsbald auf dem Gebiete der Illustration eine große und erfolgreiche Thätigkeit zu entfalten begann, die seinem Verlage u Ruf und Ansehen verhalf. W. bleibt das unbesrittene Verdienst, zur Wiederbelebung und Förderung der deutschen Holzschneidekunst wesentlich mitgewirkt zu haben. Unter seinen frühern Unternehmungen dieser Art sind besonders Kuglers Geschichte Friedrichs d. Gr.v, illustriert von A. Menzel, und Pöppigs Raturgeschichte des Tierreichso (in 4 Bdn. mit über 4000 Illustrationen) hervorzuheben. Bahnbrechend in dieser Richtung wirkte jedoch die von W. 1843 unternommene „Illustrierte Zeitungo, von welcher bis Ende 1886 bereits 87 Bände mit über 50000 Illustrationen vorlagen, die ein fäst vollständiges Bild vom Entwickelungsgange der Holzschneidekunst der Deutschen seit Mitte des 19. Jahrh. gewähren. Derselben schlossen sich an der «Illustrierte Kalender (seit 1846), die Illustrierten Kriegschroniken » von 1849, 1864, 1866, 1870 —71 und 1876 — 78 und die gegen 120 Bände zählenden «Illustrierten Katechismen⸗ (seit 1851), zum Teil sehr wertvolle populäre Darstellungen aus den verschiedensten wissenschaftlichen Gebieten und der vraktischen Berufsthätigkeit. Von W.s übrigen illustrierten Unternehmungen sind noch besonders hervorzuheben: Laurents Geschichte Napoleonso mit den Illustrationen von Horace Vernet, Tschudis «Tierleben der Alpenwelt lillustriert von Rittmeyer und Georgy), Schöppners „Illustrierter Hausschatz der Länder- und Völkerkunde u. s. w. Unter den übrigen Gegenständen des W.schen Verlags treten besonders die dramatischen und dramaturgischen Werke von R. Benedir (20 Bde.), Cduard Devrient („Geschichte der deutschen Schauspielkunsto), Deinhardstein, Laube, O. Ludwig, Mosenthal, Prutz u. a. hervor, denen sich die von H. Kurz besorgte Sammlung seltener Schriften der ältern deutschen Nationallitteratur, die kulturhistor. Werke von Biedermann und Honegger, die geol. Werke von Cotta, die Turnschriften von Kloss und die «Illustrierten Gesundheitsbüchere (16 Bde.) anschließen. Besondere Erwähnung verdienen die »Meisterwerke der Holzschneidekunste(bis 1886: 8 Bde.). Der Freimaurerei diente W. durch Herausgabe der Latomias (seit 1843). Mit dem Verlagsgeschäft ist schon seit 1858 ein eigenes xylographisches Atelier und seit 1862 auch eine Buchdruckerei verbunden. Im J. 1867 wurde W. zum Konsul der schweiz. Eidgenossenschaft für Sachsen und die thüring. Staaten ernannt. Er starb 16. März 1880 zu Leipzig. Das blühende Geschäft wird jetzt von seinen drei Söhnen Johann Konrad, Georg Hermann und Dr. Felix Karl Raimund W. weiter geführt. Im Mai 1884 wurde eine Filiale in Berlin errichtet.