Weilburg, Kreisstadt des Oberlahnkreises im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, ist oberhalb der Mündung der Weil in die Lahn zum größten Teil (Altstadt) auf einem auf drei Seiten von der Lahn umflossenen Bergkegel erbaut. Über die Lahn führen zwei eiserne Brücken, eine steinerne Brücke, erbaut 1764, und eine Kettenbrücke. W. ist Station der Linie Frankfurt-Wetzlar der Preußischen Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts, eines Landratsamts und einer Domanialberginspektion, hat ein Gymnasinm, eine landwirtschaftliche Mittelschule, eine höhere Töchterschule, eine Unteroffizier-Vorschule und zählt (1885) 3700 E. Das Schloß mit Park und Blumengarten ist Eigentum des Herzogs Adolf von Nassau. In der Schloßkirche, zugleich evang. Stadtkirche, befindet sich die Familiengruft des Naussauischen Hauses. Zu W. wurden die deutschen Könige Konrad J. und Adolf von Nassau geboren; seit 1195 gehört es zu Nassau und war 1355—1816 Residenz der Fürsten von Nassau-W. Nahe bei der Stadt befindet sich eine Ziegelbrennerei und eine Porzellan- und Papierfabrik, welch letztere jedoch außer Betrieb gesetzt ist.