Weise (Christian), Schulmann und Dichter, geb. 30. April 1642in Zittau, studierte in Leipzig, wurde 1670 Professor der Beredsamkeit,‚ Dichtkunst und Politik an dem Gymnasium zu Weißenfels und 1678 Rektor des Gymnasiums seiner Vaterstadt, wo er 21. Okt. 1708 starb. Er war ein trefflicher Lehrer, führte zuerst die deutsche Sprache in die Gymnasien ein, und schrieb für mehrere Lehrfächer, namentlich für die Dichtkunst und die Beredsamkeit, Lehrbücher, z. B. Curieuse Gedanken von deutschen Verseno, welche seine Methode auf längere Zeit zur herrschenden in Deutschland machten. Auch seine Dichtungen setzte er mit der Schule in Verbindung, indem er mehrere Schauspiele für die damals noch üblichen, von Schülern veranstalteten dramatischen mlaffudrungen schrieb, die unter dem Titel Zittauisches Theatrume (pz. 1683 u. öfter) gesammelt erschienen. Seine Hauptwerke sind jedoch satirische Romane, z. B. ««Die drei Hauptverderber (Lpz. 1671 u. öfter), «Die drei ärgsten Erznarrenv(Lpz. 1672; Neudruck, Halle 1878) und Lustspiele, z. B. „Bäurischer Macchiavelly (Zitt. 1675; neu herausg. zugleich mit der noch ungedruckten (Bösen Katharinas, einer Nachahmung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmungyo in Kürschners «Deutscher Nationallitteraturo, Bd. 26). In beiden poetischen Fächern sucht er die deutsche Dichtung von dem Lohensteinschen Schwulst zur einfachern Naturwahrheit zurückzuführen. Weniger Wert haben seine geistlichen und weltlichen lyrischen Gedichte, z. B. «Buß⸗ und Zeitandachteno (Bautz. 1720). Vgl. Kornemann, Christian W. als Dramatikers (Marb. 1853); Palm, «Christian W. Eine litterarhistor. Abhandlunge (Bresl. 1854).