FeedWeißbleierz oder Cerussit
NaturlehreBrockhaus 1882

Weißbleierz oder Cerussit, ein wichtiges Mineral zur Gewinnung des metallischen Bleies, insofern es kohlensaures Blei, Pb CO;3, bestehend aus 83,52 Proz. Bleioxyd und 16,48 Proz. Kohlensäure, darstellt; es krystallisiert in rhombischen, teils pyramidalen, teils horizontal-säulenförmigen, teils Panen un Gestalten mit horizontalgestreiften Brachydanen und ist mit Aragonit vollkommen isomorph; auch wiederholt sich hier des letztern Zwillingsbildung nach dem Grundprisma, nach welchem auch ausgezeichnete Durchkreuzungsdrillinge vorkommen; herzförmige Zwillinge werden nach einem andern Geset gebildet. Das W. ist spröde und leicht zersprengbar, von der Härte 3 bis 35, dem spezifischen Gewicht 6,4 bis 6,8, farblos, oft weiß, aber auch Sunch gelb, selbst schwärzlich (durch Kohle oder durch allmähliche Umwandlung in Schwefelblei), diamantglänzend oder fett-Lur Kohl pellucid in hohen und mittlern Graden. uf Kohle reduziert es sich zu Blei, in Salpetersäure löst es sich vollständig unter Aufbrausen. Besonders schöne Varietäten dieses auf Bleierzgängen häufigen Minerals sind bekannt unter andern von Johanngeorgenstadt in Sachsen, Zellerfeld und Clausthal am Harz, Mies und Przibram in Böhmen, Braubach und Ems in Nassau, Tarnowitz in Oberschlesien, Kirlibaba in der Bukowina, Leadills in Schottland, Nertschinsk in Transbaikalien. Bei Vilbeck in Franken erscheint W. als Bindemittel des Sandsteins, ebenso bisweilen bei Commern in Rheinpreußen. Das W. bildet auch Pseudomorphosen nach Bleiglanz, Bleihornerz, Bleivitriol und andern Mineralien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 525Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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