Welsunge, altnordisch Völsungar, ist das alte berühmte Geschlecht der deutschen Heldensage, dem Siegfried entsprossen ist. Das Wort bedeutet Nachkommen des Walis, d. h. des Erwählten, des Lieblings des Gottes. Die W. hatten ihre Heimat im ripuarischen Franken; sie leiteten sich von Odhin, dem obersten Gott der Franken ab, und dieser griff in die Geschichte des Geschlechts ein. Der Großvater des Walis, Sigi, wird ein Sohn Odhins genannt; Walis selbst wurde unter Odhins Beistand geboren, indem dieser seiner Mutter durch eine Wunschmaid den fruchtbar machenden Apfel sandte. Walis' oder, wie er später heißt, Völsungs Sohn ist Sigmund, der nur durch des Gottes Hilfe und den Beistand seiner Schwester Signy den Nachstellungen seines bösen Oheims entrinnt. Mit letzterer erzeugt er den Siegfried, den trefflichsten des Geschlechts, in welchem der ganze Glanz desselben zu seiner vollen Blüte gelangen sollte. Die Erzählungen der Thaten der W. enthält die altnordische Völsungasaga (herausg. von E. Wilken, Die prosaische Edda im Auszuge nebst Völsungasaga und Nornageststhattro, Paderb. 1877, übersetzung von A. Edzardi, Stuttg. 1880). Vgl. K. Müllenhoff, Sigfrieds Ahneno (in der Zeitschrift für deutsches Altertumb, Bd. 23).