Werder (Karl), deutscher Philosoph und dramatischer Dichter, geb. 13. Dez. 1806 zu Berlin, erhielt seine Bildung daselbst, widmete sich philos. Studien, habilitierte sich 1834 an der berliner Universität als Privatdocent der Philosophie und wurde 1838 außerord. Professor. W. veröffentlichte wenig durch den Druck; außer der Abhandlung De Platonis Parmenides (Berl. 1834) ist besonders seine Logiko (Bd. 1, Berl. 1841) zu nennen. Von W.s lyrischen Arbeiten ist, außer einigen Dichtungen in Gruppes „Musenalmanach» (Berl. 1850), nur weniges in weitern Kreisen bekannt geworden. Den ersten Teil seiner Tragödie «Columbus» ließ Friedrich Wilhelm IV. 1847 zu Charlottenburg vor einem ausgewählten Publikum aufführen; auch ist dieser erste Teil sodann in Berlin und auf andern deutschen Bühnen, wie zu Dresden, Karlsruhe, Hamburg, zur Aufführung gelangt. Das ganze Stück ist 1858 zu Berlin im Druck erschienen. In neuer Bearbeitung ist es als cColumbusv erster und zweiter Teil 1883 in Mannheim in Scene gegangen. Seit 1859 hält W. während des Winters an der Universität auch öffentliche Vorlesungen über dramatische Kunst, von denen die über „Hamleto (Berl. 1875) und „Macbetho (Berl. 1885) im Druck erschienen.