Werts, besonders wegen Tötung eines nach Verschiedenheit des Standes abgemessenen Sühn-oder Wergeldes, welches der Totschläger zu geben und die Verwandten des ums Leben Gekommenen anzunehmen schuldig waren. Wer sich dessen weigerte, trat aus dem Bande und Schutze der Gemeinde und hatte die Gefahren der ungesühnten Feindschaft zu fürchten. Neben dem W. war noch eine Strafe (Wette) für den Friedensbruch an den König zu zahlen, bis endlich das Strafrecht des Staats als das alleinige anerkannt wurde. Doch hat sich das W. wegen unvorsätzlichen Totschlags als eine an gewisse Verwandte des Erschlagenen zu zahlende Geldsumme unabhängig von der Strafe selbst im Sachsenrecht und aus diesem längere Zeit im sächs. Partikularrecht forterhalten. Werg-Feinspinnmaschine, s. unter Flachsspinnerei, Bd. VI, S. 866d. Wergleinwand, s. unter Leinwand; vgl. auch Flachsspinnerei. [Bd. VI, S. 866d. Wergstrecke, s. unter Flachsspinnerei, Weringia, der 226. Asteroid, s. u. Planeten. verarbeitende, von lremden Metallen und andern Körpern soweit wie technisch möglich befreite Blei. Werkführer oder Werkmeister (frz. contremaĩtre, chef d'atelier, chef ouvrier; engl. foreman, master-Wworkman), in Fabriken der Aufseher oder Vorsteher; bei manchen Handwerken der oberste Geselle, welcher die Arbeiten anordnet. [ten. Werkgenossenschaften, s. Genossenschaf-Werkheilig heißt, wer gute Werke verrichtet, um sich auf Erden den Ruf der Frömmigkeit oder Heiligkeit und im Himmel Lohn zu erwerben, nicht aus wahrer Liebe zum Guten. Werkholzbohrer, s. unter Bohrkäfer. Werki, Dorf im russ. Gouvernement und Kreis Wilno, 7½ km nordöstlich von Wilno, am rechten Ufer der Wilija, mit einer Papierfabrik. W. war im 14. Jahrh. die Stätte heftiger Kämpfe zwischen den Polen und den Litauern und wurde im 18. Jahrh. Pripateigentum des Bischofs von Wilna, Ignatius Mosalsky. Das bei W. schön gelegene Schloß mit einer prächtigen Kapelle stammt aus dem 17. Jahrh. Werkkassen, s. Fabrikkassen. Werkmeister, soviel wie Werkführer. Werkstattordnung, s. Fabrik⸗ und Werkstattordnung. Werkzeug (frz. outils, engl. tools), Geräte oder Vorrichtungen, die, von der Hand eines Arbeiters oder von einer en Men geführt, zum Bohren, Drehen, Feilen, Hobeln, Messen, Schleifen, Schmien Nu. s. w. dienen. (6. die Spezialartikel.) engl. machine-tools) nennt man Arbeitsmaschinen, welche mittels pressender stoßender, schneidender, schabender oder schleifender Werkzeuge feste Materialien aller Art, insbesondere Metalle und Holz, bearbeiten. Hierher Bobren die Maschinen zum Hobeln, Abdrehen, Bohren, Sägen, Schmieden, Biegen, Durchlochen. Die wichtigsten W. sind die Sägemaschinen (s. unter Holzbearbeitungsmaschinen), die Scheren und Durchschnitte, die Hobel⸗, Bohr⸗ und Fräsmaschinen und die Drehbänke. (S. die Spezialartikel.) An der Ausbildung der W. haben sich in erster Linie die Konstrukteure Englands (für Metallbearbeitung) und Nordamerikas (für Holzbearbeitung) beteiligt. Raschinen und Deutschland haben die besten dieser daschinen nachgebaut, vielfach auch verbessert. In letzterer Beziehung sind besonders die chemnitzer Fabriken (Joh. von Zimmermann und Rich. Hartmann) zu nennen. In neuester Zeit ist die deutsche Maschinenindustrie auch in dieser Beziehung mehr und mehr vom Auslande unabhängig geworden. Werl, Stadt in der preuß. Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Soest, am Nordabhange des Haarstrangs, 90 m über dem Meere, Station der Linie Düsseldorf-Dortmund-Soest der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts und ein sehr besuchter Wallfahrtsort, zählt (1885)5019 meist kath. E., und hat zwei kath. und eine evang. Kirche, eine Synagoge, zwei Waisenhäuser, eine höhere Bürgerschule, eine landwirtschaftliche Winterschule, Cigarrenfabriken, eine Strohpapierfabrik und die Salinen W., Neuwerk und Höppe. Werla, kaiserl. Pfalz bei Burgdorf (s. d.) in der Landdrostei Hildesheim. Werlauff (Erik Christian), bedeutender dän. Historiker, geb. 2. Juli 1781 zu Kopenhagen, studierte an der dortigen Universität die Re te, wurde 1800 Custos und 1805 Sekretär an der önigl. Bibliothek daselbst, widmete sich seitdem vorzugsweise dem Studium der skandinav. Sprachen und isländ. Altertümer und veröffentlichte nach dieser Richtung hin eine Sammlung alter Nationalgesänge unter dem Titel Vatnsdaela saga ok sagan af fineboga hinum ramas (Kopenh. 1812), ein „Anecdoton, historiam Sverreri, regis Norvegiae, illustranso (Kopenh. 1815), mit B. Thorlacius den vierten bis sechsten Band von Snorri Sturlusons «Heimskringlas (Kopenh. 1813—26), den für die Sprachforschung wichtigen „Versuch einer Geschichte der dän. Sprache im Herzogtum Schleswige (Kopenh. 1819) und Symbolac ad geographiam medii aevi ex monumentis islaudicis editae (Kopenh. 1821). m J. 1823 wurde W. Bibliothekar und 1829—61 berbibliothekar an der königl. Bibliothek, nachdem er schon 1812 die Professur der Geschichte an der Universität zu Kopenhagen erhalten, in welcher Stellung er mit Engelstoft den achten Band der „Scriptores rerum danicarumo (Kopenh. 1834) erausgab. Außerdem trug W. durch zahlreiche onographien wesentlich zur Aufhellung der Geschichte des Mittelalters bei. W. starb als Konferenzrat in Kopenhagen 5. Juni 1871. Werlhofsche Krankheit, s. Blutfleckenkrankheit. Wermelskirchen, Stadt (seit 1873) im rheinpreuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Lennep, Ikm südwestlich von Lennep, Station der Linie Born-Opladen der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1885) 10523 meist prot. E., hat eine evang. und eine kath. Pfarrkirche, eine Rektoratsschule, eine höhere Töchterschule und ganz bedeutende Weberei in Seidenband, Seiden⸗, Halbseiden⸗ und Halbwollwaren, Siamoisen, Plüsch, Lasting, Baumwollband und Gummizügen, zahlreiche Fabriken von Lasting⸗ und Lederschäften, eine mechanische Schuhfabrik, Fabriken von Unterröcken, Mützen und Plüschschuhblättern, Gerbereien, eine Tabaksfabrik, eine Tabakspfeifen-und Cigarrenspitenfabrik, Eisenhämmer und Fabrikation von Eisen- und Stahlwaren, besonders von Feilen, Messern und andern Werkzeugen und verzinkten Blechwaren. Die Industrie W.s verdankt ihr Entstehen und Aufblühen der Einwanderung von Tuchmachern aus Flandern (1280—-95), von Tuchmachern aus Köln (1372) und von franz. Hugenotten (1685). Am 4. und 5. Okt. 1885 feierte W. das Jubelfest seines 1000jährigen Bestehens.