Demonstration (vom lat. demonstrare, zeigen, darlegen) nennt man in den empirischen Wissenschaften die anschauliche Darstellung eines Gegenstandes oder Ereignisses. So spricht man z. B. von einer D. am Leichnam, oder der D. einer Erscheinung mittels des Erperiments. Im philos. Sprachgebrauche bedeutet das Wort den Beweis, welcher entweder durch eine Aufklärung der fraglichen Begriffe oder durch die Einsicht in die Unmöglichkeit des Gegenteils erfolgt. Ferner versteht man unter D. auch eine öffentliche Kundgebung, welche von einer Regierung, einer Partei, einer öffentlichen Körperschaft, einem Vereine ausgeht, um den Standpunkt des oder der Demonstrierenden in auffallender Weise kundzugeben, so z. B. dadurch, daß die Mitglieder einer parlamentarischen Oppositionspartei an der Eröffnung der Kammer nicht teilnehmen, durch eine Ovation, einen öffentlichen Aufzug u. dgl. Im Kriegswesen versteht man unter D. eine Scheinmaßregel, um den Gegner über die eigenen Absichten zu täuschen. D. kommen hauptsächlich beim Angriff vor, um die Verteidigung über die Richtung desselben, en Derten den Angriffspunkt irre zu führen und den Verteidiger zu veranlassen, seine verfügbaren Streitkräfte nach unrichtigen Stellen zu dirigieren, sodaß sie später an den angegriffenen Punkten fehlen. D. kommen bei allen Gefechten vor, sie sind aber besonders am Platze, wenn es sich um den Angriff auf weit ausgedehnte Stellungen handelt, wie z. B. Flußlinien, wo am ei zutlichen Üübergangspunkt häufig ein Brückenhlag Laren erbalt hat, über dessen Stelle der Feind im unklaren erhalten werden muß. Im Festungskriege muß man durch Scheinmaßregeln den Verteidiger über die anzugreifenden Fronten und später uber den Sturm möglichst lange im Unklaren zu erhalten suchen. Auch schon in den einleitenden Perioden eines Kriegs kann durch demonstrative Maßregeln der Gegner über den strategischen Aufmarsch im Unklaren erhalten werden, wozu noch Aussprenen falscher Nachrichten, selbst durch Zeitungskorre-Paue gehört (1882 Demonstration der engl. flotte gegen Abukir, um die Abfahrt nach Iimailia zu verschleiern). An den Stellen, wo die D. stattfinden, wird man nur schwache Kräfte, aber in breiter Front und mit möglichster Ostentation entfalten. Es entsteht so das demonstrative Verhalten, von von Scherff schlechtbeg Demonstrative (im Gegensatz zur Decisive) genannt. Die Kämpfe der Vortruppen, die Gefechte der Avantgarden und Arrièregarden tragen vorherrschend diesen Charakter. Ganz besonders eignet sich die Kavallerie bei der Schnelligkeit ihrer Bewegungen für demonstrative Maßregeln. [stration.