Werth oder Werdt (Joh. von), auch Jean de Weert genannt, General im Dreißiglährigen Kriege, geb. 1592 oder 1602 zu Büttgen im Jülichschen, diente schon 1622 als gemeiner Reiter unter dem span. Feldherrn Spinola, trat aber später in das bayr.⸗ligistische Heer über und stieg zum bayr. Generallieutenant auf, auch wurde er für seine rühmlichen Waffenthaten in der Schlacht bei Nördlingen (1634) von Kaiser Ferdinand II. mit dem Freiherrentitel und der Ernennung zum kaiserl. Feldmarschalllieutenant belohnt. Nachmals focht er am Rhein, wo er im Jan. 1635 Speier eroberte, die franz. Besatzung auf dem Ehrenbreitstein 28. Juni 1637 zur Ubergabe zwang, aber bei Rheinfelden 3. März 1638 durch Bernhard von Sachsen-Weimar besiegt und gefangen wurde. Auf den Wunsch des verbündeten franz. Königs Ludwig XIII. sandte dieser seinen Gefangenen nach Paris, wo man denselben mit großen Chren empfing. Dann saß W. zu Vincennes in Haft, bis er März 1642 gegen den Nun trat er wieder als kaiserl., kurbayr. und kurkölnischer Generallieutenant der Kavallerie in Thätigkeit und zeichnete sich bei Tuttlingen 24. Nov. 1643, bei Jankow 6. März, Herbsthausen 5. Mai und Allerheim (unweit Nördlingen) 3. Aug. 1645 rühmlich aus. Als Kurfürst Maximilian I. von Bayern einseitig den Ulmer Waffenstillstand (März 1647) abschloß, versuchte W. das bayr. Heer nach Böhmen zum Kaiser Ferdinand III. hinüberzuführen. Das Vorhaben mißlang jedoch, und W. entkam im Juli 1647 nur mit Sporck und wenigen Begleitern in das kaiserl. Lager. Der Kurfürst erklärte ihn als Verräter für vogelfrei und setzte einen Preis von 10000 Thlrn. auf seinen Kopf. Aber der Kaiser ernannte ihn zum General der Kavallerie und zum Reichsgrafen und beschenkte ihn mit der Herrschaft Benatek in Böhmen. W. befehligte zu Ende des Kriegs die gesamte kaiserl. Reiterei, zog sich nach dem Friedensschluß nach Benatek zurück und starb daselbst kinderlos 12. Sept. 1652. Auf dem Altenmarkt zu Köln wurde 1885 nach Albermanns Entwurf ein monumentaler Brunnen in deutschem Renaissancestil errichtet, den ein Standbild W.s überragt. Vgl. Barthold, Johann von W.» (Berl. 1826); Teicher, Johann von W. (Augsb. 1876) von Janko, Johann von W.⸗(Wien 1874, Jahrbuch des Volksschriften-Vereinso).