Braunfels, Stadt im Kreise Wetzlar des preuß. Regierungsbezirks Koblenz, am Lahnzufluß Isarbach, 12k7m im SW. von Wetzlar, Station der Linie Frankfurt-Wetzlar der Preußischen Staatsbahn, die Residenz des Fürsten von Solms-B., mit einem auf dem Gipfel eines Basaltfelsens erbauten Schlosse, welches eine ausgezeichnete Bibliothek und Antiquitätensammlung enthält, ist der Sitz eines Amtsgerichts und hat zwei evang. Kirchen und eine Synagoge. Die Stadt wird durch eine Wasserleitung mit Trinkwasser versorgt und zählt Land 1758 E. fast nur evang. Konfession, die von and⸗ und Gartenbau und Bierbrauerei sich nähren. Die Umgegend ist sehr reich an vorzüglichen Rot⸗ und Brauneisenerzen (70 Gruben, davon 18 im Betriebe), deren Gewinnung einen ausgedehnten Bergbau hervorgerufen hat und für die Bewohner der Gegend eine Haupterwerbsgquelle bildet. Das Schloß wurde im Anfang des Dreißigjährigen Kriegs von den Truppen des Grafen Ernst von Mansfeld, dann von Tilly eingenommen. Am 8. Dez. 1634 kapitulierte es an die Liguisten unter Graf Philipp von Mansfeld, und 27. Jan. 1635 wurde es vom Grafen Heinrich von Naffau-Dillenbur durch Sturm den Kaiserlichen unter Oberst Schild entrissen, 1640 von den Franzosen besetzt, die es aber 1642 wieder räumten.