FeedWerther (Karl, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Werther (Karl, Freiherr von), preuß. Diplomat, geb. 31. Jan. 1809 zu Königsberg als Sohn des ebenfalls als preuß. Diplomat bekannten Wilhelm, Freiherrn von W. (geb. 1772 zu Königsberg, 1824—37 Gesandter in Paris, 1837—41 Minister der auswärtigen Angelegenheiten, gest. 1859 als Oberstmarschall), wurde 1830 Auskultator am berliner Stadtgericht, bald darauf Regierungsreferendar zu Merseburg und 1833 Gesandtschaftsattaché in Varis. Im folgenden Jahre als Legationssekretär nach München versetzt, war er später in derselben Eigenschaft an den Höfen im Haag, zu London und Paris, bis er 1842 Gesandter in der Schweiz und 1845 in Athen wurde. Im J. 1849 ging W. nach Kopenhagen und von dort 1854 als Gesandter nach Petersburg, 1859 nach Wien, wo er 1864 den Wiener Frieden mit Dänemark preußischerseits abschloß. Nach dem Ausbruch des Deutschen Kriegs im Sommer 1866 von Wien abberufen, versah W. während desselben die Geschäfte des Grafen Bismarck als Minister der auswärtigen Angelegenheiten und nahm im Aug. 1866 an den Verhandlungen über die Präliminarien zu Nikolsburg, sowie an denen über den Abschluß des Prager Friedens teil. Nach dem Kriege nach Wien zurückgekehrt, blieb er daselbst bis zum Okt. 1869, um dann in Vertretung Preußens und des Norddeutschen Bundes als Botschafter nach Paris zu gehen, wo er bis zum Ausbruch des Rieb Im Krühlma Kriegs von 1870 und 1871 blieb. Im Frühling 1871 erhielt er den Abschied aus dem Staatsdienst, wurde aber 1874 nochmals als Botschafter des Deutschen Reichs in Konstantinopel angestellt und fungierte als solcher, bis er im Jan. 1877 in den „Wertingen, Stadt und Hauptort eines Be-Eme an im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, inks an der rechts zur Donau gehenden Zusam, unweit des Donau-Riedes, Sitz eines Amtsgerichts, ählt (1880) 1878 fast ausschließlich kath. E. Hier esiegten 8. Okt. 1805 die Franzosen unter Murat und Lannes die Ssterreicher unter Jellacie, dessen Truppen nach der Einnahme der Stadt völlig zersprengt wurden. — Das Bezirksamt Wertingen umfaßt 316 akm mit 18280 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 564Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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