FeedWestende
ErdkundeBrockhaus 1882

Westende im 181 m hohen Jakobsberge oberhalb Minden erreicht. Diesem gegenüber, auf dem linken Ufer der Weser, erhebt sich der 283 m hohe Wittekindsberg. Zwischen beiden bildet die Weser ihren letzten Durchbruch, die Westfälische Pforte oder Porta Westphalica (s. d.). Die 4 Asord ausgedehntere westl. Weserterrasse hat zum Nordrand die mit dem Wittekindsberge beginnende westl. Weserkette, die unter dem Namen der Mindenschen Bergkette, des Wiehengebirqes, der Lübbenschen Berge, Kappeler Berge u. s. w. in gleicher wallartiger Form westwärts zur Quellgegend der Hunte, dann westnordwestwärts bis zu den unabsehbaren Moor⸗ und Heidegegenden an der mittlern Haase, gegen Norden aber ohne Vorhöhen in das Tiefland abfällt. Sie ist durch die Thalebene der obern Haase von dem Teutoburgerwalde eschieden, der die Weserterrasse Hahn die westfäl. iefebene oder die große münstersche Bucht abgrenzt. Im Hochlande östlich von ihm sind zu nennen: das Paderbornsche Plateau und das nördlich angrenzende Hügelland von Lippe und Pyrmont. In dem Bereiche der Weserterrasse treten, außer im Bramwalde und andern Teilen ihres öftl. Abschnitts, wo sich Basaltkegel finden, nirgends krystallinische Massengesteine oder krystallinische Schiefer an die Oberfläche hervor. Dagegen sind die Flözformationen von der Kohlengruppe bis zur Molasse außerordentlich vollständig vertreten, und es findet sich hier eine Mannigfaltigkeit und Abwechselung der Schichtengesteine, wie sie nirgends sonstwo in Deutschland vorkommt. Echte Steinkohlen finden sich bei Ibbenbüren; die Kohlen der Wealdenformation werden bereits an vielen Orten gewonnen. Zu Steinbrüchen geben die Kalk⸗ und Sandsteine aller Formationen Veranlassung. Im Wealden bei Münden, im Hilssandstein bei Salzgitter, sowie an andern Orten wird Eisenstein ausgebeutet. Zahlreich sind die Salzwerke und unter diesen Neusalzwerk bei Rehme oberhalb Minden, dessen erbohrte Solquelle das Bad Oeynhausen b N Von andern kräftigen Mineralquellen sind yrmont, Eilsen (s. Bückeburg), Rehburg und enndorf zu nennen. Der Boden ist vorherrschend sehr fruchtbar, wenn auch seiner Natur nach abwechselnd. Die Weserketten, in Verbindung mit dem Harz stellen sich der Verkehrsverbindung zwischen dem Rheinland und der nordostdeutschen Niederung hindernd entgegen. Deshalb sind ihre Querdurchbrüche an der Weserpforte und bei Bielefeld schon seit ältester Zeit zu einer Hauptstraße, neuerdings aber auch für eine wichtige Eisenbahnverbindung benutzt worden. Vgl. Kraatz, Der Tourist im W.„ (Minden 1877). Wesley (John), der Stifter der Methodisten (. d.), der Sohn des englischen, auch als Schriftsteller bekannten Theologen Samuel W.lgest.1735), wurde 17. Juni 1703 zu Epworth in der engl. Grafschaft Lincoln geboren, studierte zu Orford und wurde 1725 zum Diakon geweiht. Durch die Schriften des Thomas a Kempis und Taylor frůüh angeregt, stiftete er schon 1729 auf der Universität Orford mit seinem Bruder Charles W. (geb. 18. Dez. 1708, gest. 29. März 1788) und 15 Studenten einen Bund zum Lesen der Bibel, Fasten, Beten und zu guten Werken. Wegen ihres methodisch geordneten frommen Lebens wurde ihnen der Spottname Methodisten» beigelegt. W. ging 1735 mit seinem Bruder nach Amerika. Hier entsagte er allen Annehmlichkeiten des Lebens, genoß weder Wein noch Fleisch und schlief auf der bloßen Erde. Zelotismus und Intoleranz, sowie seine satirische Zunge erregten ihm jedoch heftige Feinde, sodaß er 1738 nach England zurückging. Er trat jetzt mit den Herrnhutern in Verbindung und stiftete nach dem Muster der Brüdergemeine 1739 zu Fetterlane in London, dann in Bristol und an andern Orten Englands eine selbständige religiöse Vereinigung, jedoch innerhalb der Staatskirche. Im J. 1741 trennte er sich von seinem bisherigen Genossen Whitefield (s. d.), weil derselbe die strenge Muterm ucggn deren vertrat, 1743 von den Herrnhutern wegen deren antinomistischen und quietistischen Grundsätzen. Er be-Pante jährlich alle Methodistengemeinden, die feiner Partei treu blieben und Wesleyaner genannt wurden predigte sehr oft und soll überhaupt gegen 50000 Predigten gehalten haben, auch gründete er in Kingsward ein Seminar für methodistische Prediger. Wiewohl er früher die Ehelosigkeit empfahl, verheirathete er sich doch 1749, lebte aber so unglücklich, daß er 0 scheiden ließ. W. starb 2. März 1791. Seine Schriften, die formlos und meist Bearbeitungen älterer Werke sind, zählen über 100 Bände. Seine Predigten und kleinern ascetischen und geschichtlichen Auffätze erschienen mehrmals gesammelt (32 Bde., Lond. 1774; zuletzt, 15 Bde., 1857). Vgl. Southey, Life of W. and the rise and progress of methodismo (Lond. 18²20; neuere Ausg., 1865; deutsch von Krummacher, 2 Bde., Hamb. 1828); die Biographien von Moore (1824), Watson (1831 und 1861), Schmidt (Halle 1849), Tyerman (3 Bde., Neuyork 1876), Hockin (3. Aufl. 1876) und Urlin (Lond. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 568Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6