Westphal (Rud. Georg Herm.), Philolog, geb. 3. Juli 1826 zu Obernkirchen im Kreise Rinteln, studierte seit 1845 in Marburg Theologie, Philosophie und Philologie, ging 1850 nach Tübingen, wo er sich 1852 als Privatdocent der Philologie habilitierte, wurde 1857 außerord. Professor zu reslau, gab aber diese Stellung 1860 auf und privatisierte erst in Breslau, dann in Jena und siedelte 1873 nach Rußland über, wo er 1875—79 Professor am Katkowschen Lyceum zu Moskau war. Von seinen Schriften, die meist auf die Rhythmik der Alten Bezug nehmen, sind hervorzuheben: Metrik der griech. Dramatiker und Lyrikero (mit Roßbach, 3 Bde., Opz. 1854—65; 3. Aufl. unter dem Titel Theorie der musischen Künste der Helleneno, 1885—86), »System der antiken Rhythmiko (Bresl. 1865), „Geschichte der alten und mittelalterlichen Musik⸗ (2 Bde., Bresl. 1865—66), Catulls Gedichte, übersetzt und erläuterto(Bresl. 1867),4«Philosophisch-histor. Grammatik der deutschen Sprache-Jena 1868), (Prolegomena zu Aschylus“ Tragödien» (Lpz. 1869), «Theorie der neuhochdeutschen Metrik⸗ (Jena 1870; 2. Aufl. 1877), Grammatik der griech. Spracher (2 Bde., Jena 1870—72), Elemente des musikalischen Rhythmus mit Rücksicht auf unsere Opernmusiks (Bd. 1, Jena 1872), «Vergleichende Grammatik der indogerm. Sprachen⸗(Bd. 1, Jena 1873), «Die Verbalflexion der lat. Spraches Jena 1873), 2540chan⸗ Theorie der musikal. Rhythmik seit Joh. Sebast. Bach» (Lpz. 1880), Die Musik des griech. Altertumso» (Lpz. 1883).