Wicke (Vicia I.) heißt eine zur Familie der Schmetterlingsblütler gehörende Pflanzengattung mit zweibrüderigen Staubgefäßen, kenntlich an dem barteen oder unterhalb der Narbe unterseits gearteten oder am Gipfel ringsherum behaarten Griffel. Die Frucht ist eine längliche, zusammengedrückte, an der Spitze schief abgestutzte und in einen Schnabel ausgezogene, sitzende oder gestielte, mehrsamige Hülse. Die Blätter sind paarig gefiedert, meist mit Ranken versehen, die Stengel kantig, niemals geflügelt. Die Kotyledonen des Samens bleiben beim Keimen unter dem Boden. Die sehr zahlreichen, besonders über die wärmere gemäßigte Zone der nördl. Halbkugel verbreiteten Arten zerfallen nach der Stellung der Blüten in solche, bei denen die Blüten einzeln, paarweise oder — wenigen gebüschelt in den Winkeln der obern lätter sitzen, und in solche mit mehr⸗ bis vielblürtigen, gestielten, achselständigen Trauben. 5 erstern gehören unter andern die auf Wiesen häusig rvorkommende Zaunwicke (V. sepium L.) mit Büescheln schmutzig-lillafarbener oder bläulicher Blüten, „ein perennierendes vorzügliches Futterkraut; die bekannte einjährige Futterwicke (V. sativa), mit kletterndem, slaumhaarigem Stengel, paarig gefiederten, in eine Wickelranke endenden Blättern und violettroten Blüten, die zu zwei in den Blattwinkeln )stehen, welche ihrer proteinhaltigen Samen wegen als Hülsenfrucht kultiviert wird, und die Bohnenwicke, auch Saubohne (s. Bohne). Die in [England und Belgien zu Blattfutter angebaute Winterwicke ist eine Kulturvarietät von V. sativa. u den traubenblütigen Arten gehört die blaublühende Vogelwicke (V. Cracca). Wicke (Spanische), s. unter Lathyrus. Wickede (Jul. von), Militär-und belletristischer Schriftsteller, geb. 11. Juli 1819 zu Schwerin in Rangsrnalt besuchte die Blochmannsche Erziehungsanstalt in Dresden und trat 1836 als Kadett in ein österr. Dragonerregiment. Er wurde 1839 Lieutenant, nahm 1845 seinen Abschied und hörte auf den Universitäten in Munchen und Heidelberg Vorlesungen über Geschichte und Nationalökonomie. In den Kriegsjahren 1849—50 trat er als Volontäroffizier in ein Dragonerregiment der schleswigholstein. Armee und ward Brigadeadjutant, machte dann 1851 einen Feldzug als Volontäroffizier im 4. Regiment der Chasseurs d'Afrique in Algerien mit und war im oriental. Krieg 1854 —55 als Korrespondent einer engl. Zeitung im türk. Hauptquartier und in der Krim. Bei der Mobilmachung der deutschen Bundesarmee 1859 war er Rittmeister und Kommandant der Feldgendarmerie-Schwadron im 10. Bundesarmeekorps, 1860—64 meist in Italien bei den ital. Truppen. In den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870—71 war er Hauptkorrespondent der 4Kölnischen Zeitungs im preuß. Hauptquartier. W. lebt jetzt in Schwerin. Er schrieb: «Vergleichende Charakteristik der k. k. österr., preuß. und franz. Landarmeen (Stuttg. 1856), „Geschichte des Kriegs Deutschlands gegen Frankreich in den J. 1870 und 18715 (2. Aufl., Hannov. 1873), „Geschichte der Kriege Frankreichs gegen Deutschland in den letzten zwei Jahrhunderten⸗ (3 Bde., Hannov. 1874), «Die Soldaten Friedrichs d. Gr.» (4 Bde., Lpz. 1857), «Ein deutsches Reiterlebend (3 Bde., Berl. 1861), Ein Husarenoffizier Friedrichs d. Gr.y (3 Bde., Jena 1866), Erzählungen eines österr. Veteranen» (3 Bde., Stuttg. 1855), „Leben und Thaten des Freiherrn von der Ostau⸗ (4 Berl. 1875), «Ein preuß. Offiziero (3 Bde., Hannov. 1873), «Ein vielbewegtes Lebeno (3 Bde., Hannov. 1873); dann die histor. Romane Der lange Isgako (3 Bde., Lpz. 1863), «Herzog Wallenstein in Mecklenburge (4 Bde., Jena 1865) u. s. w.