Convolvulus L., Winde, Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Convolvulaceen. Die Arten derselben, gegen 150, sind über die ganze Erde verbreitet; es sind größtenteils krautartige Gewächse, seltener Halbsträucher; die meisten haben windende Stengel, nur einige wenige zeigen einen nicht schlingenden, aufrechten Stamm. Die Blumenkrone ist, wie bei den meisten andern Windengewächsen, trichterförmig, der Kelch röhrig fünfteilig, die Kapsel zweifächerig, vielsamig. Die Blüten stehen einzeln oder zu drei auf langen, blattwinkelständigen Stielen. Die Blätter sind abwechselnd gestellt, einfach, gestielt, ohne Nebenblätter. Von einheimischen Pflanzen gehören zu dieser Gattung die Ackerwinde (C. arvensis L.), ein bekanntes, höchst lästiges Unkraut der Felder und Gärten, mit schlingendem Stengel, spießförmigen Blättern, einblütigen Stielen, an welchen zwei Deckblätter, von der Blüte entfernt, stehen, und 2—3 em langen, rötlichweißen Trichterblumen, und die Zaun⸗ oder Heckenwinde (C. sepium L.), eine in Gebüschen, Hecken, namentlich auf feuchtem Boden (an Fluß⸗ und Teichufern) häufig vorkommende, schlingende und sehr hoch steigende Art mit pfeilförmigen Blättern und sehr großen, schneeweißen Trichterblumen, deren Kelch von zwei großen, herzförmigen Deckblättern umschlossen ist. Die Windenarten mit einem von solchen Deckblättern verdeckten Kelch hat Rob. Brown tals eigene Gattung unter dem Namen Calystegia von C. abgetrennt. Zu ihr gehört auch emißt, sind unter K aufzusuchen. der mit der Zaunwinde nahe verwandte, mit schön rosenroten Blumen gezierte C. dahuricus L., welcher sehr Ladun als Zierpflanze zu Wand⸗ und Laubenbekleidungen kultiviert wird, ohne alle Pflege in allerhand Boden gedeiht und mit einfachen und gefüllten Blumen vorkommt. Ferner ist auch die an den Meeresküsten Deutschlands wie des übrigen Europa im losen Sande wachsende Strandwinde (C. Soldanella L.), welche eine Rosette von nierenförmigen Blättern, einen sehr kurzen, nicht schlingenden Stengel und schön rosenrote Blumen mit geflugeltem Stiel besitzt, eine Calystegia. überhaupt besitzen fast alle Winden in irgend einem Teile arzneiliche oder giftige Stoffe. Von C. Scammonia L., einer im Orient wachsenden Schlingpflanze mit spieß-pfeilförmigen, buchtig gezähnten Blättern, sehr langen, dreiblütigen Stielen und elblichweißen Blumen, deren spindelförmiger, feischiger Wurzelstock einen weißen, scharfen Milchsaft enthält, wird das sog. Scammonium-Gummi gewonnen, welches als kräftiges und rasch wirkendes Abführmittel Verwendung findet. Von einigen Arten, die auf den Canarischen Inseln vorkommen, C. scoparius L. und C. floridus I., welche beide strauchartige und nicht schlingende dder b sind, kommt das Holzals Rosenholzls.d.) oder Rhodiser Holz in den Handel. Zierpflanzen hat die Windengattung wenige geliefert. Außer der schon erwähnten dahurischen Winde wird nur die in Südeuropa wild wachsende, einjährige, dreifarbige Winde (C. tricolor L.) mit nicht schlingenden Stengeln, länglichen, ganzrandigen Blättern und dreifarbigen lam Saume blauen, in der Mitte weißen, am Schlunde gelben) Blumen, von welcher mehrere Varietäten vorkommen, allgemein als Sommerzierpflanze des freien Landes kultiviert. Die sehr häufig angebauten hochsteigenden Trichterwinden gehören nicht zu C., sondern zu Ipomaea (s. d.).