FeedZiemialkowski (Florian, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Ziemialkowski (Florian, Freiherr von), österr. Minister, geb. 28. Dez. 1817 zu Berezovica in Galizien, besuchte die Universität Lemberg, wurde 1840 Doktor der Rechte und ließ sich 1841 als Privatdocent zu Lemberg nieder. In polit. Untersuchung gezogen, wurde er seiner nationalpoln. Gesinnung wegen als Hochverräter verhaftet, nach 3½ jähriger Untersuchungshaft zum Tode verurteilt, jedoch begnadigt. Von der Stadt Lemberg 1848 in den österr. Reichsrat gewählt, war Z. ein hervorragendes Mitglied des Verfassungsausschusses und an dem kremsierer Verfassungsentwurf in erster Linie beteiligt. Später in Tirol interniert, kehrte er 1850 nach Lemberg zurück, wo er als Advokatengehilfe thätig war. enzumes in den galiz. Landtag gewählt und in den Landesausschuß entsendet, wurde er 1863 wegen angeblicher Unterstützung des Langiewiczschen Aufstandes in Polen verhaftet und zu drei Jahren Kerker verurteilt. Frei geworden, nahm Z. von neuem Anteil an dem polit. Leben. der J. 1867 wurde er als Abgeordneter für Lemerg in den Reichsrat entsendet und bald zum zweiten Vizepräsidenten desselben ernannt; auch wurde er in der Deputation zum Ausgleich mit Unarn und in den Ausschuß zur Vorberatung der erfassung gewählt. Z. legte 1869 sein Abgeordnetenmandat nieder und wurde 1871 Stadtpräsident von Lemberg, endlich 1873 zum Minister ohne Portefeuille ernannt und mit den galiz. Angelegenheiten betraut; 1875 wurde er Geheimrat und 1879 in den Freiherrenstand erhoben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 909Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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