FeedCzartoryski (Konstantin, Fürst)
GeschichteBrockhaus 1882

Czartoryski (Konstantin, Fürst), Bruder des Adam Georg, geb. 28. Okt. 1773 in Pulawy, wurde in Petersburg russ. Gardeoffizier und Adjutant des Großfürsten Konstantin, trat zur Zeit des Herzogtums Warschau 1809 in das poln. Heer und errichtete auf eigene Kosten ein Regiment. Dann nahm er an dem Feldzuge Napoleons gegen Rußland teil und zeichnete sich in der Schlacht bei Moskau aus. Im J. 1816 trat er in Petersburg wieder auf kurze Zeit in das russ. Heer und ward kaiserl. Generaladjutant. Bald aber zog er sich ganz vom öffentlichen Leben zurück und ließ sich 1828 in Wien nieder, er sammelte eine wertvolle Gemäldegalerie und starb 23. April 1860 in Wien, nachdem er 1808 von der Prinzessin Angelika Radziwill und 1842 von der Gräfin Maria Dzierzonowska Witwer geworden war. — Seine aus zweiter Ehe stammenden beiden jüngsten Söhne, Konstantin, geb. 9. April 1822, und Georg, geb. 24. April 1828, beschäftigten sich mit litterarischen und musikalischen Studien und gaben gemeinsam einige Schriften über Musik und Theater heraus. Sie besitzen in Galizien große Güter und verfolgen daselbst liberale und national-föderale Tendenzen. Der erstere wurde vom Kaiser zum Mitgliede des österr. Herrenhauses ernannt und war Vizepräsident desselben, der zweite war Abgeordneter auf dem galiz. Landtage. — Sein aus der ersten Ehe entsprossener ältester Sohn, Adam Konstantin C., geb. 24. Juni 1804 in Warschau, erhielt in Frankreich seine Erziehung, kämpfte 1831 in dem poln. Aufstande und hielt sich dann in Dresden auf. Er war Besitzer der Herrschaften Jutroschin und Dubin in der Provinz Posen. Nach dem Tode seiner Gemahlin Wanda Radziwill, Tochter des Fürsten Anton Radziwill (16. Sept. 1845), vermählte er sich mit Elisabeth, Tochter des Grafen Titus Dartönaten Er beteiligte sich nicht an den poln.⸗ nationalen Bestrebungen, zeichnete sich durch Wohland Oen aus und gewährte vielen jungen Polen und Deutschen die Mittel zu ihrer Ausbildung. Er starb auf seinem Gute Rokossowo, Kreis Kröben, 19. Dez. 1880. — Des letztern ältester Sohn, Roman C., geb. 23. Nov. 1839, war 1870— 73 Abgeordneter im preuß. Landtage, 187181 Mitglied des Deutschen Reichstags, nahm an den polit. Bewegungen lebhaften Anteil und war eine Zeit lang Vorsitzender der poln. Fraktion.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 749Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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