FeedWildermuth (0Ottilie)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Wildermuth (0Ottilie), geschätzte deutsche Schriftstellerin, geb. 22. Febr. 1817 zu Rottenburg am Neckar als älteste Tochter des damaligen Kriminalrats Ronschütz, brachte ihre Jugend in Marbach am Neckar zu und vermählte sich 1843 mit Dr. Wildermuth, Professor der Mathematik und franz. Sprache zu Tübingen, wo sie 12. Juli 1877 starb. Ihre ersten novellistischen Arbeiten veröffentlichte sie seit 1847 anonym im «Morgenblatto. Ihren Ruf begründete sie mit den „Bildern und Geschichten aus dem schwäb. Leben» (2 Bde., Stuttg. 1852; 5. Aufl. 1865), denen „Bilder aus dem Frauenleben »(2 Bde., Stuttg. 1855—57;: 5. Aufl. 1865) folgten. Später schlossen sich daran Novellen und Erzählungen: «Auguste, ein Lebensbildo 6. Aufl., Stuttg. 1865), Im Tageslicht, Bilder aus der Wirklichkeite (Stuttg. 1861), «Lebensrätsel, gelöste und ungelösten (Stuttg. 1863), Perlen aus dem Sande. Erzählungen» (Stuttg. 1867), (Zur Dämmerstunden (Stuttg. 1871) u. s. w. In den meisten ihrer kleinen Erzählungen entwirft sie gemütvolle und ansprechende Gemälde eines bescheidenen häuslichen Glücks. Auch als Schriftstellerin für Kinder hat sie Vorzügliches geleistet. Dahin gehören: «Kindergruß» (2. Aufl., Stuttg. 1865), (Von Berg und Thalv (3. Aufl., Stuttg. 1867), Aus Schloß und Hütte, Jugendgaben, «Aus der Kinderwelto etc. Eine Sammlung derselben veranstaltete sie selbst noch (16 Bde., Stuttg. 1871—77). Nach ihrem Tode erschienen Gedichte von ihr unter dem Titel »Mein Liederbucho (Stuttg. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 639Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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