FeedWillisen (Georg Gustav, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Willisen (Georg Gustav, Freiherr von), preuß. General der Kavallerie, geb. zu Breslau 19. Okt. 1819, trat 1837 aus dem Kadettenkorps in das 7. Kürassierregiment, besuchte die Allgemeine Kriegsschule zu Berlin, war 1849—52 Brigadeadiutant und wurde 1855 als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt. Im J. 1858 wurde er Eskadronschef im 2. Dragonerregiment und trat 1859 als Major im Generalstabe bei der Mobilmachung zur 3. Kavalleriedivision, 1860 zur Garde-Kavalleriedivision, nahm 1864 am Feldzuge in Dänemark teil, wurde Oberstlieutenant und 1866 Kommandeur des 3. Dragonerregiments, welches er in den Kämpfen bei Münchengrätz und Preßburg, namentlich aber mit hoher Auszeichnung in der Schlacht bei Königgräßz führte. W. führte dieses Regiment auch in Frankreich 1870/71 bei Gravelotte, vor Metz, Paris und Belfort, erwarb das Eiserne Kreuz 1. Klasse, wurde im Juni 1871 Kommandeur der 28. Kavalleriebrigade und 18. Aug. Generalmajor. Bei dem Manöver 1874 führte er die Kavalleriedivision des 15. Armeekorps, leitete 1875 das Kavalleriemanöver bei Konitz und übernahm im Dezember den Befehl über die 28. Division. Am 21.Nov. 1876 wurde er Generallieutenant und gegen Ende 1882 Gouverneur von Berlin. W. wurde 9. Juni 1884 zum General der Kavallerie befördert und war einer der besten Reiterführer des deutschen Heers. Er starb zu Berlin 24. Juli 1886.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 664Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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