Wilson (John) oder nach seinem Pseudonym Christopher North genannt, schott. Dichter und Schriftsteller, geb. 18. Mai 1785 zu Paisley. Nach Beendigung seiner Studien kaufte er das Gut Elleray am Windermere in Westmoreland, wo er mit dem in der Nähe wohnenden Wordsworth verkehrte. Er erhielt 1818 die Professur der Moralphilosophie in Edinburgh und wurde einer der ausgezeichnetsten akademischen Lehrer. Zugleich trat er in Verbindung mit Blackwood's Magazinen, für welches er eine Reihe trefflicher ästhetischer, litterarischer, philos. und polit. Artikel und Erzählungen lieferte. Die wertvollsten von diesen Aufsätzen erschienen unter dem Titel The reereations of Christopher Northo (3 Bde., Edinb. 1842). Seine Gedichte The isle of palmso (1812) und The city of the plaguer (1816) haben es einzig mit den zartern Gemütsregungen zu thun und sind daher etwas monoton, enthalten aber herrliche Schilderungen. Als Romanschriftsteller trat er 1822 auf, zuerst mit einer Sammlung Erzählungen aus dem schott. Volksleben: Lights and shadovs of Scottish lifer, einem trefflichen und überaus beliebten Buche. Es folgten 1823 «The trials of Margaret Lindsays und 1824 «The forestersv, welches letztere Werk weniger Beifall fand als die frühern. Als Herausgeber von Blackwood's Magazine spielte er auch eine nicht unwichtige polit. Rolle, indem er die Sache der Tories mit Geist und Scharfsinn, aber auch mit großer Einseitigkeit verfocht. Doch wußte er andererseits durch Witz und Jovialität, die er namentlich in seinen Woctes Ambrosianaen aussprach, auch die Gegner zu versöhnen. Wegen Kränklichkeit trat er 1852 von seinem Lehrstuhl zurück und starb 3. April 1854 in Edinburgh. Eine Bronzestatue (von Steell) wurde ihm zu Edinburgh errichtet. Seine Tochter, Mrs. Gordon, veröffentlichte einen Teil seiner Korrespondenz sowie seine Biographie (2 Bde., Edinb. 1862).