Wilson (Sir Rob. Thomas), brit. General, der Sohn des Landschaftsmalers Benj. W., geb. 17. Aug. 1777 zu London, begab sich 1793 zur brit. Armee in den Niederlanden und erhielt hier eine Lieutenantsstelle in einem Dragonerregiment. Seit 1795 diente er in Irland, und 1799 schloß er sich der zweiten Expedition nach Holland an. Hierauf trat er als Major in das vom Baron Hompesch errichtete Regiment und ging mit demselben nach Agypten. Nach England zurückgekehrt, veröffentlichte er Historical account of the British expedition to Egypto (2 Bde., Lond. 1802 u. öfter), welche Schrift viel Aufsehen machte, weil er darin behauptete, daß Bonaparte die pestkranken Franzosen zu b. habe vergiften lassen. In einer Schrift über den Zustand des brit. Heeres trat er 1804 gegen die Prügelstrafe auf. Nachdem er sich im Jan. 1806 bei der Wiedereroberung des Kaps der Guten Hoffnung beteiligt, begleitete er den General Hutchinson auf einer diplomatisch-militärischen Sendung an den Kaiser von Rußland. Er blieb während des Kriegs mit Frankreich beim russ. Heere. Als jedoch Rußland an England den Krieg erklärte, eilte W. nach London, um vor Ankunft der Erklärung die Beschlagnahme der russ. Schiffe u bewirken. Im J. 1809 organisierte er die sog. usitanische Legion in Portugal, die er mit Erfolg führte. Als Napoleon J. Rußland mit Krieg be-Er sch begann er wieder für letzteres zu wirken. Er schrieb Account of the campaigus in Poland in 1806 and 1807, with remarks on the character and composition of the Russian armys (Lond. 1811). Im Feldzuge von 1812 befand er sich im russ. Hauptquartier. Im Dez. 1815 trug er, mit Hutchinson und Bruce, zur heimlichen Fortschaffung des zum Tode verurteilten Lavalette (s. d.) aus Paris bei. Mit Erlaubnis des Herzogs von Wellington stellte ihn die franz. Regierung vor die Assisen, nach deren Ausspruch er zu dreimonatlichem Gefängnis verurteilt wurde. Als er hierauf in London erschien, erließ der Prinz-Regent eine Proklamation an das brit. Heer, welche W.s That besonders darum als eine unwürdige erklärte, weil er sich dabei verkleidet hatte. Infolge dessen veröffentlichte W. eine Anzahl Enthüllungen, die auf die Politik der Mächte im Kampfe mit Napoleon nicht das günstigste Licht warfen. Großes Aufsehen machte besonders A sketch of the military and political power of Russias (Lond. 1817). Im J. 1818 ging W. nach Südamerika, um unter Bolivars Fahne zu kämpfen. Er überwarf sich jedoch mit diesem, kehrte zurück und trat für Southwark ins Unterhaus. Seine Parteinahme für die Königin Karoline hatte zur Folge, daß er 1820 aus der Armeeliste gestrichen wurde. Als 1823 die franz. Armee zur Unterdrückung der Konstitution in Spanien einrückte, trat er in die Dienste der Cortes, wurde aber bei Corußa schwer verwundet und flüchtete nach Gibraltar. Im J. 1826 trat er für Southwark abermals ins Parlament, wurde aber als Gegner der Reformbill 1831 nicht wiedergewählt. Nach Wilhelms IV. Thronbesteigung wurde er im Heere wieder angestellt und ihm zugleich das Generallieutenantspatent erteilt. Im Nov. 1841 wurde er wirklicher General und 1842 Gouverneur von Gibraltar, auf welchem Posten er sieben Jahre verblieb. Er starb zu London 9. Mai 1849. Vgl. die Biographie W.s von Randolph (Lond. 1862). Der letztere veröffentlichte auch W.s nachgelassene ᷓWilson (5 Bde., Lond. 1860—-62). zilson's Creek (spr. Krihk), ein bei Springfield im nordamerik. Staate Missouri in den White-River mündender Fluß, wurde während des amerik. Bürgerkriegs bekannt. Unionstruppen unter Sigel wurden dort 10. Aug. 1861 von an Zahl ihnen überlegenen Abteilungen der Konföderierten unter Mac Culloch und Price geschlagen und zogen, ohne verfolgt zu werden, nach Springfield ab.