Wimpfen oder Wimpfen am Berg, Stadt am Neckar und an der Linie Neckargemünd-Jagstfeld der Badischen Staatsbahn mit (1885) 2379 C., Bavserter eines von Württemberg und Baden enlavierten großherzogl. hess. Kreises, war bis 1802 eine Freie Reichsstadt und kam 1803 an Hessen-Darmstadt. Die sehr alte Saline bei W. ist einegangen. Das durch Bohrversuche seit 1818 enttandene Salzwerk Ludwigshall ist Privateigentum; mit diesem sind Solbäder, ein Badehotel und das Mathildenbad verbunden. Die Stadt hat eine große Hauptkirche von 1499, mit schönen Schnitzwerken, und eine Realschule. Die Bevölkerung betreibt Weinbau und Ackerbau und hat eine Papierfabrik, zwei große Ziegeleien und zwei Cigarrenfabriken. Geschichtlich ist W. merkwürdig durch Tillys Sieg 6. Mai 1622 über den Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach, wobei, um den Rückzug zu decken, 400 Bürger von Pforzheim (s. d.) unter ihrem Bürgermeister Deimling sich nach der Sage dem Heldentode weihten. Vgl. Heid, «Geschichte der Stadt W.» (Heilbr. 1846); Lorent, W. am Neckarv (Stuttg. 1870); Frohnhäußer, „(Geschichte der Reichsstadt W.y (Darmst. 1870).