Marbach, der Geburtsort Schillers, Stadt im württemb. Neckarkreise, am Einfluß der Murr in den Neckar, Station der Linie Bietigheim-Backnang der Württembergischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Oberamts und eines Amtsgerichts und zählt (1880) 2462 gewerbfleißige und Weinbau treibende Einwohner. In Schillers Geburtshause (1859 renoviert) sind Reliquien von dem Dichter und seiner Familie, sowie verschiedene Ausgaben seiner Werke, Lebensbeschreibungen, Gemälde u. s. w. ausgestellt. Auf der Schillerhöhe, dicht an der Stadt, ist ). Mai 1876 ein Denkmal desselben enthüllt worden. Außerhalb der Stadt liegt die schöne gotische Alexanderkirche, 1450—81 gebaut. Der Ort scheint schon von den Römern gegründet, auf die wenigstens die in der Umgegend sich findenden zahlreichen Altertümer hinweisen, und war bereits im 10. Jahrh. befestigt, M. gehört zu den ältesten württemb. Städten und war 1462 —1504 pfälz. Lehn. Denkwürdig ist die Stadt durch das 14. Sept. 1405 daselbst von den schwäb. Ständen und Städten gegen Kaiser Ruprecht von der Pfalz geschlossene Bündnis (Marbacher Bund). Die Stadt hatte 1693 von den Franzosen viel zu leiden und wurde fast ganz niedergebrannt.