FeedKarlshafen
ErdkundeBrockhaus 1882

Karlshafen, reizend gelegenes Städtchen im Kreise Hofgeismar des preuß. Regierungsbezirks Kassel, in der Provinz Hessen-Nassau, am Einfluß der Diemel in die Weser und an den Linien Hümme-K. und Soest-Nordhausen der Preußischen Staatsbahnen, ist regelmäßig und gut gebaut und wird von einem Kanal durchschnitten. Der Ort ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein geräumiges Invalidenhaus mit Kirche, einen Hafenkai, mehrere große Lagerhäuser, eine Stadt⸗ und Fortbildungsschule, ein sehr kräftiges Solbad, bedeutende Tabaksindustrie, eine Thonwaren⸗ und Faßfabrik, eine Liqueurfabrik, Sandsteinschleiferei, Basaltbrüche, Bierbrauerei und zählt (1880) 1755 E., welche starke Schiffahrt auf der Weser treiben. Im Sommer steht K. mit Hameln und Münden durch Dampfschiffahrt in Verbindung. Unweit K. ist die gut erhaltene Ruine der Kruckenburg; an der Weser die hess. und hannov. Klippen mit schöner Aussicht. K. wurde 1699 bei dem ehemaligen Orte Syburg vom Landgrafen Karl, nachdem Münden an Hannover gefallen, erbaut, um Hessen einen neuen Weserhafen zu b. Much w. und mit franz. Reformierten bevölkert. Auch wurde, um den einheimischen Manufakturen und Bergwerksprodukten einen guten Absatz zu verschaffen, 1771 die Karlshafener Handelsgesellschaft gestiftet und prlvilegiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 138Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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