Freias der 76. Asteroid, s. unter Planeten. reiamt oder Freie Amter, eine Landschaft im südöstl. Teile des schweiz. Kantons Aargau, an der Grenze der Kantone Zürich, Zug und Luzern gelegen, ist ein fruchtbares, von der Bunz und Reuß bewässertes Hügelland, reich an Getreide, Obst und Wein, das sich von dem breiten Molasserücken des Lindenbergs (900m) östlich zum Thale der Reuß senkt und nur im nördlichsten Teile auch auf das rechte Ufer derselben hinübergreift. Im Mittelalter habsburg. Besitz, 1415 von den Eidgenossen erobert und bis 1798 als gemeine Herrschaft verwaltet, gehörte das F. 1798 - 1803 zum Kanton Baden der Helvetischen Republik und bildet jetzt die Bezirke Muri, 139 qkm mit 14 389 E., und Bremgarten, 119 qkm mit 18 120 E., des Kantons Aargau. Die Bevölkerung ist meist katholisch (97 Proz.); ihre Haupterwerbsquellen sind Acker⸗, Obst⸗ und Weinbau, Viehzucht und Strohflechterei. Die wichtigste Verkehrsstraße ist die Linie Aarau-Wohlen-⸗Rothkreuz der Schweizerischen Centralbahn, die, dem Thale der Bünz folgend, das ganze F. der Länge nach durchzieht, bei Wohlen eine Abzweigung nach Bremgarten abgibt und bei Rothkreuz an die Gotthardbahn anschließt. Die wichtigsten Wohnplätze sind im Bezirk Muri das Dorf gleichen Namens (1934 E.) an der Bünz, mit dem berühmten ehemaligen Benediktinerstift Muri; im Bezirk Bremgarten die Hauptstadt Bremgarten (1679 E.) an der Reuß, das Dorf Wohlen (2668 E.) an der Bünz, der Mittelpunkt der aargauischen Strohflechterei, und 2½ km westlich davon Vilmergen, wo 1656 im Arther- oder Vilmergerkriege die reform. Schweizer von den Katholiken, 1712 im Toggenburgerkriege die Katholiken von den Reformierten und 1841im aargauischen Klosterstreit die Freiämtler von den Truppen der aargauischen Regierung geschlagen wurden.