FeedWindisch (Ernst Wilh. Oskar)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Windisch (Ernst Wilh. Oskar), Sprachforscher, geb. 4. Sept. 1844 zu Dresden, studierte klassische Philologie und Sprachwissenschaft in Leipzig. Seinen griech. Studien entsprang die Dissertation De hymnis homericis majoribuso (Lpz. 1867), seinen germanistischen die Schrist überdie Quellen des Heliande (Lpz. 1868). Während er von Ostern 1867 drei Jahre hindurch als Lehrer an der Thomasschule zu Leipzig thätig war, habilitierte er sich zugleich 1869 an der dortigen Universität für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft mit der Abhandlung aliber den Ursprung des Relativpronomens (in Curtius' »Studien zur griech. und lat. Grammatiks, Bd. 2) und verband sich mit B. Delbrück zu Studien auf dem Gebiete der vergleichenden Syntax (Syntaktische Forschungen, Io, Halle 1871). Ostern 1870 ging er zu einem längern Aufenthalt nach England, als Mitarbeiter an dem Katalog der Sanskrithandschriften auf der India Office Library und wendete sich daselbst auch dem Studium des Keltischen, speziell des Irischen, zu. Nach Leipzig zurückgekehrt und 1871 zum außerord. Professor ernannt, wurde er 1872 als Professor des Sanskrit und der vergleichenden Sprachwissenschaft nach Heidelberg, 1875 für vergleichende Sprachwissenschaft nach Straßburg, 1877 wieder nach Leipzig berufen. Außer einer Reihe von Abhandlungen auf dem Gebiete der kelt. und der ind. Philologie (über den griech. Einfluß im ind. ramas, in den (Verhandlungene des Orientalistenkongresses in Berlin 1882) sind von ihm noch erschienen: Kurzgefaßte irische Grammatito (Lpz. 1879), (Irische Texte mit Wörterbuche (Lpz. 1880, 2. Serie mit Wh. Stokes, 1884 fg.), „3Zwölf Hymnen des Rigveda mit Säyanas Kommentaro (Lpz. 1883). Seit 1880 redigiert er die „Zeitschrift der deutschen Morgenländischen Gesellschafte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 680Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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