Höfer (Albert), Sprachforscher, geb. 2. Okt. 1812 in Greifswald, studierte hier, in Göttingen und Berlin Philologie und habilitierte sich 1838 in Berlin. Er wurde 1840 außerord. Professor in Greifswald, ging 1841 mit Unterstützung der Regierung nach London, Oxford und Paris, wo er viele Handschriften, namentlich indische, erwarb, und wurde 1847 ord. Professor in Greifswald. Er las hauptsächlich über Sanskrit, vergleichende Grammatik und deutsche Philologie. H. starb 9. Jan. 1883 in Greifswald. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: Beiträge zur Ctymologie und vergleichenden Grammatik der Hauptsprachen des indogerman. Stammeso (Berl. 1839), Vom Infinitiv als Probe der Sanskritsyntaro (Berl. 1840), Ind. Gedichte in deutschen Nachbildungen (2 Bde., Lpz. 1844), Denkmäler niederdeutscher Sprache und Litteratur» (2 Bde., Greifsw. 1850 51), Altvile im Sachsenspiegel' (Halle 1870). Hoefer (Edmund), namhafter Novellist und Romanschriftsteller, geb. 15. Okt. 1819 in Greifswald, wo sein Vater Senator und Direktor des Stadtgerichts war, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und widmete sich dann auf der dortigen Universität philol. und histor. Studien, die er zu Heidelberg und Berlin fortsetzte. Durch häusliche Verhältnisse an der weitern Verfolgung der eingeschlagenen Laufbahn behindert, kehrte er 1842 nach Greifswald zurück. Seine ersten Erzählungen erschienen seit 1845 im Morgenblattv. Eine Sammlung derselben veröffentlichte er unter dem Titel (Berl. 1852; 2. Aufl. 1853) und «Aus alter und neuer Zeite (Stuttg. 1854) folgten. H. siedelte 1854 nach Stuttgart über, wo er mit Hadländer bis 1867 die „Hausblättero herausgab und seinen bleibenden Wohnsitz nahm. Er veröffentlichte hier eine lange Reihe von Novellen und Erzählungen, wie Moriene (2 Bde., Stuttg. 1858), «Auf deutscher Erder (2 Tle., Stuttg. 1860), Aus der weiten Welte (2 Bde., Stuttg. 1861), Ein Findling“ (4 Bde., Schwer. 1868), Der große Barony (2 Tle., Prag 1861), Altermann Ryker (4 Bde., Berl. 1864), Der verlorene Sohno (2. Aufl., Stuttg. 1871), Land⸗ und Seenovelleno (2 Bde., Bresl. 1871), Stille Geschichten (3 Bde., — 187²), „Erzählungen aus der Heimato (2 Bde., Jena 187⁴4), „Der Demagogev (3 Bde., Jena 1872), Die Bettelprinzeßo (Brem. 1876), Allerhand Geisterr (Stuttg. 1876), Von ihr und mirv (Stuttg. 1876), (Der Junkero (3 Bde., Stuttg. 1878), (Dunkle Fenstero»(Stuttg. 1878), die Dialektdichtung Pap Kuhn ⸗ (1878) u. s. w. Einige seiner größern Erzählungen, wie „Die Honoratiorentochterd (Stuttg. 1861) und Unter der Fremdherrschafto (3Bde., Stuttg. 1862), waren vorher im Feuilleton der Kölnischen Zeitunge erschienen. Eine treffliche Sammlung der apologischen Sprichwörter veröffentlichte er unter dem Titel «Wie das Volk sprichto (Stuttg. 1855; 8. Aufl. 1876) auch gab er eine Deutsche Literaturgeschichte für Frauen und arlote vo (Stuttg. 1876) und „Goethe und Charlotte von Stein⸗ (Stuttg. 1878) heraus. Die Helden seiner Novellen sind meist kräftige und markige norddeutsche Gealten, zu welchen die Giebelhäuser alter Hansetädte, die Boelen wit an der stillen Ostseeküste, die weiten Forsten mit dem blauen Meer in der Ferne die Staffage bilden. Alle seine Charaktere sind dem Leben entnommen. Dabei zeigen besonders seine frühern Arbeiten auch Abgeschlossenheit, Rundung und Harmonie der künstlerischen Form, während er sich in seinen spätern umfangreichern Erzählungen in einer breitern Darstellungsweise ergeht. H. selbst hat eine Sammlung seiner frühern „Erzählenden Schrifteno (12 Bde., Stuttg. 1865) veranstaltet. «Ausgewählte Schrifteno von ihm erschienen in 14 Bänden (Jena 1882—83). H. starb 23. Mai 1882 in Cannstatt.