Winkelried (Arnold oder Erni), ein Landmann aus Stans in Nidwalden, soll der Üüberlieferung nach in der Schlacht von Sempach (s. d.) durch seinen Opfertod den Sieg der Schweizer über Herzog Leopold von Ssterreich entschieden haben. Als in dieser Schlacht, 9. Juli 1386, die Keile der Eidgenossen nicht in das geschlossene Viereck der Osterreicher einzudringen vermochten, umfaßte W. so viele der feindlichen Spieße, als er konnte, drückte sie im Falle zu Boden und öffnete damit den Eidgenossen den Weg. Am 3. Sept. 1865 wurde dem Helden von Sempach zu Stans ein Denkmal errichtet und bei dem Jubiläum der Sempacher Schlacht, 4. und 5. Juli 1886, wurde W. als Retter der Schweiz hochgefeiert, wie auch ihm zu Ehren der Fonds zur Unterstützung der Witwen und Waisen gefallener schweiz. Wehrmänner den Namen Winkelried-Stiftung führt. In der Streitfrage, ob W. und seine That der Geschichte oder der Sage angehören, treten die meisten schweiz. Historiker für die histor. Wahrheit der überlieferung ein, während Kleißner, Hartmann u. a. zu einem negativen Resultat gelangen. Urkundlich wird ein zu Stans ansässiges Geschlecht W. im Anfang des 14. Jahrh. erwähnt; 1417 war ein W. Landammann von Nidwalden und 1522 fiel ein Arnold W., Ritter und Hauptmann der mailändischen Garde, in der Schlacht bei Bicocca. Einer neuesten unglaubwürdigen Hypothese nach wäre der Tod dieses W. später durch die Tradition auf die Schlacht von Sempach übertragen worden. Vgl. H. von Liebenau, Arnold von W., seine Zeit und seine Thate (Aarau 1862); Kleißner, «Die Quellen zur Sempacher Schlacht und die Winkelried-Sager (Gött. 1873); Dagnet, La question de W.» (Neuchätel (1883); Th. von Liebenau,«Die Schlacht bei Sempach» (Luz. 1886); Oechsli, Zur sempacher Feier (Zür. 1886); Bernoulli, W.s Thato (Bas. 1886); Hartmann, «Die Schlacht bei Sempacho (Frauenfeld 1886); Bürkli, «Der wahre W.v (Zür. 1886).