Winter nennt man im bürgerlichen Leben im allgemeinen die rauhere Jahreszeit, in der nördl. —W „ ten Zone etwa vom November bis April. as Winterhalbjahr umfaßt auf der nördl. Halbkugel der Erde die sechs Monate vom 1. Okt. bis 31. März des folgenden Jahres, während für die südl. Hemisphäre die andern sechs Monate in gleicher Bedeutung als Winter anzunehmen sind. Der astronomische Winter hat engere Grenzen und umfaßt nur diejenige Zeit des Jahres, in welcher die Sonne sich von dem der betreffenden Halbkugel nicht angehörenden Wendekreise bis nach dem Aquator bewegt, also von dem resp. Solstitium bis zum darauf folgenden Aquinoktium; für die nördl. Halbkugel daher die Zeit vom 21. oder 22. Dez. (Wintersolstitium, die Sonne im Wendekreise des Steinbocks) bis 21. März, für die südl. Halbkugel die Zeit vom 21. oder 22. Juni bis 22. Sept. Diejenigen Zeichen der Ekliptik, welche die Sonne während des W. durchläuft, heißen Winterzeichen; sie sind für die nördl. Halbkugel: Steinbock, Wassermann und Fische. Auf der nördl. 4. währt der W. nur 88 Tage 19 Stunden 29 Minuten, auf der südl. Halbkugel hingegen 93 Tage 13 Stunden 56 Minuten, weil der nördliche W. in die Zeit der Sonnennähe, der südliche aber in die der Sonnenferne fällt, wo die Erde sich langsamer um die Sonne bewegt und also länger in dem betreffenden Quadranten ihrer Bahn verweilt. (gl. Sommer.) In der Meteorologie bezeichnet man die drei Monate Dezember, Januar und Februar als den Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. meteorologischen Winter der nördl. Halbkugel. In der heißen Zone und eine ziemliche Strecke über die Wendekreise hinaus findet kein W. nach unserm Begriff statt. Hier gibt es nur eine oder zwei Regenzeiten, die aber nicht kalt sind. In ganz Nord⸗ und Südafrika, mit Ausnahme der Gebirgsgegenden, ja selbst in Neapel, Sicilien, dem südl. Spanien und Portugal kennt man wenigstens für gewöhnlich auch weder Eis noch Winterkälte. Im Januar pflegen daselbst bereits die Mandelbäume zu blühen, und die Gartengewächse gedeihen in dieser Zeit noch besser als im Sommer. Weiter hinauf und schon in Mittelitalien friert es öfters, noch mehr in Oberitalien. Diesseit der Alpen wird der W. schon ziemlich anhaltend und streng. In Rußland, Sibirien und jenseit des Polarkreises, namentlich auch in dem nordamerik. Archipel zeichnet er sich durch hohe Kältegrade aus, welche dazu noch oft von langer Dauer sind. Dasselbe Fortschreiten findet nach dem Südpol zu statt. Während der W. in demselben Jahre in einigen Gegenden streng, zeigt er sich in andern mild, und oft ist es vorgekommen, daß gleichzeitig Europa einen strengen, Amerika einen milden W. hatte.