FeedWinter (Georg Ludw.)
GeschichteBrockhaus 1882

Winter (Georg Ludw.), bad. Staatsmann, 106 1 eines Pfarrers, geb. 18. Jan. 1778 zu Prechthal in der Altmarkgrafschaft Baden, studierte in Göttingen die Rechte, wurde 1815 Ministerialrat im Ministerium des Innern, 1818 Geh. Referendar, 1822 Staatsrat und Mitglied des Staatsministeriums und 1824 Direktor des Ministeriums des Innern. Man übertrug ihm 1830 unter dem Namen eines Chefs des Ministeriums die Funktionen des Ministers des Innern und erteilte ihm auch 1833 den Titel eines solchen. An dem parlamentarischen Leben Badens nahm W. seit 1819, wo er als Abgeordneter in seinem Bericht über das Adelsedikt den aristokratischen Prätensionen entgegentrat, den bedeutsamsten Anteil. Es gelang ihm, die Verwaltung in dem freisinnigen Gange zu erhalten, dem sie in den innern Organisationen auch nach dem Rückschlage von 1832 treu blieb. Eine Reihe wichtiger Reformen, namentlich die Umgestaltung des Gemeindewesens, war hauptsächlich sein Werk. W. starb 27. März 1838. Er schrieb cüber die Ansprüche der Krone Bayerns auf Landesteile des Großherzogtums Badend (Mannh. 1827). Im Frühjahr 1855 wurde W. in Karlsruhe ein Standbild (von Reich) errichtet. Vgl. Weick, Reliquien von Ludwig W. (Freiburg 1843).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 689Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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