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ErdkundeBrockhaus 1882

Winterthur, Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks (252 qkm, 41 592 E.) des schweiz. Kantons Zürich, liegt 442 meüber dem Meere, 21 km nordöstlich von Zürich, von Reben⸗- und Waldhügeln umgeben, in der Thalebene der Eulach und zählt (1880) 13595 meist reform. E. (2122 Katholiken, 17 Israeliten). Die Stadt ist regelmäßig angelegt mit breiten geraden Straßen und großen Plätzen und Promenaden und zählt viele bemerkenswerte Gebäude, unter denen zu erwähnen sind: das monumentale Stadtaus nach den Plänen Sempers im griech. Stil eraut, die Kunsthalle, das Postgebäude, das Museum mit der Stadtbibliothek, der naturhistor. Sammlung, dem Gymnasium, der Industrieschule etc., das kantonale Technikum mit dem Gewerbemuseum, die Töchterschule, die spätgot. reform. Laurenzenkirche, die neue kath. St. Paulikirche, das Waisenhaus und das Spital. Wie eine der schönsten, so ist W. auch eine der gewerbfleißigsten Städte der Schweiz und einer der bedeutendsten Handelsplätze. Die wichtigsten Industriezweige sind die Baumwoll121, Nr (Spinnerei, Zwirnerei, Weberei, Bleicherei, Färberei etc.), die Seidenweberei, die Stickerei, die Schuhfabrikation, die chem. Industrie, die Metallgießerei und der Maschinenbau. Dem sehr lebhaften Handel, der die kleine Binnenstadt mit allen Ländern der Erde in direkten Verkehr setzt, dienen die Bank in W., die Hypothekarbank und mehrere andere Bankinstitute und die Bahnlinien Zürich-W.⸗Romanshorn, W.⸗Waldshut, W.⸗Schaffhausen, W.⸗Konstanz, W.⸗St. Gallen-Rorschach und W.⸗Wald (Tößthalbahn). Die bemerkenswertesten Punkte der anmutigen, mit Villen und Landhäusern übersäeten Umgegend sind die Kyburg (s. d.), das Schloß Mörsburg, Hoch-Wülflingen und das Dorf Ober-Winterthur, das an der Stelle der röm.⸗helvetischen Stadt Vitodurum steht. Die Stadt W. ist eine Gründung des Mittelalters und gehörte den Grafen von Kyburg, von denen sie 1264 an die Habsburger überging; 1414 erlangte die Stadt die Riechsfreiheit, kehrte aber 1442 aus freien Stücken wieder unter österreich. Herrschaft zurück und kam erst 1467 an Zürich. Im J. 919 schlug bei W. Herzog Burkhardt J. von Schwaben den König Rudolf II. von Hochburgund. Vgl. Troll, «Geschichte

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 692Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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