FeedWirsing
PflanzenreichBrockhaus 1882

Wirsing, eine vom südlichen Europa ausgegangene Form des Kopfkohls. Er kennzeichnet sch vorzugsweise durch stark gerunzelte oder blasige Blätter, welche schließlich einen länglichen oder runden Kopf bilden. Wegen seiner zarten Blattsubstanz und seines milden Geschmacks gilt er als eins der seinsten Gemüse. Hier und da nennt man ihn Savoyer, auch wohl Mailänder Kohl. Man unterscheidet je nach der raschern oder langsamern Ausbildung des Kopfes frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Von den erstern werden der niedere Wiener und der frühe Ulmer gern zum Treiben benutzt, hier und da auch der Marzellin-W. Für den Verbrauch im Herbst und Winter eignen sich der späte Ulmer, der große und der kleine Erfurter, der Nürnberger, der Blumenthaler W. und verschiedene andere Lokalformen. Alle Sorten werden gewöhnlich im März in halbwarme Mistbeete, etwas später auch ins freie Land auf eine warme, geschützte Rabatte gesäet, doch wird die spätere Saat sehr häufig durch massenhaft sich einstellende Erdflöhe verni tet. Die jungen Setzlinge verpflanzt man Anfang Mai. (S. Tafel: Gemüse I, Fig. 8 u. 11.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 696Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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