Wirnt (Wisnt, Wisent, d. i. Büffel) von Grafenberg, mittelhochd. Kunstepiker, ritterlichen Standes, genannt von seiner Burg bei dem leichnamigen Städtchen, jetzt Gräfenberg zwischen Nürnberg und Bayreuth, Verfasser des Artusgedichts vom Helden Wigalois (s. d.), welches er selbst als ein Erstlingswerk bezeichnet und welches [ er nach eigener Aussage nach dem mündlichen Bericht eines Knappen verfaßte. Des Knappen Quelle war im wesentlichen der franz. Roman Le bel inconnus des Renaud de Beaujeu. Das in ½½ Handschriften vorliegende beliebte Geicht, in welchem sich der Dichter im ganzen und im einzelnen als Schüler Hartmanns von Aue kundgibt, aber doch im letzten Teil sich auch von Wolframs von Eschenbach Stil beeinflußt zeigt, wurde 1472 in Prosa aufgelöst und zuerst 1593 in Augsburg bei Schönsperger und dann öfters gedruckt, auch in das Buch der Liebe aufgenommen. Auf diesem prosaischen Volksbuche beruht auch das dän. Volksbuch und die jüd.⸗deutsche Bearbeitung des Josel Witzenhausen (gedruckt durch Wagenseil, Königsb. 1699). Auch Wi.s Persönlichkeit hatte ein Fortleben. Von ihm weiß man nur, daß er 1206 bei der Bestattung des Herzogs Berthold IV. von Meran zugegen war und daß er vielleicht den Kreuzzug von 1228 mitgemacht hat. An knüpfte die allegorische Sage von der Welt Lohn an, die Konrad von Würzburg poetisch behandelte. Herausgegeben ist W.s «Wigalois v von Benecke Huent 1879) und Pfeiffer (Lpz. 1847). über die uellenfrage schrieben: Kölbing, Mebes, Bethge: über W.s Stil und Verhältnis zu seinen Vorbildern; Medem, Meißner, Sprenger, Eckert.