FeedWitherit
NaturlehreBrockhaus 1882

Witherit (nach Dr. Withering, der darin 1784 zuerst aluftsaure Woylinnd nachwies, benannt), ein rhombisches, sowohl in den Winkelverhältnissen, als in der Formausbildung, als in der Neigung zur Zwillings⸗ und Drillingsbildung mit dem Aragonit völlig isomorphes Mineral, welches aber meist kugelige, traubige und derbe Aggregate von drusiger Oberfläche und radial-stängeliger Textur darstellt; es ist farblos, meist lichtgraulich oder ⸗gelblich gefärbt, durchscheinend, hat einen im Bruch fettartigen Glasglanz, die Härte 3—3,5, das spezifische Gewicht 4,2—4,3. Chemisch ist es kohlensaurer Baryt, vor dem Lötrohr färbt es die Flamme gelblichgrün, in nicht zu konzentrierten Säuren wird es unter Brausen gelöst. Die Bleierzgänge des nördl. England, welche im Bergkalk und Steinkohlengebirge aufsetzen, sind örtlich reich an diesem Mineral, so zu Alston Moor in Cumberland, Fallowfield und Hexham in Northumberland, Angle-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. sark in Lancashire, Shropshire; unbedeutend sind die Vorkommnisse von Leogang in Salzburg, von Peggau in Steiermark. Warmblütigen Tieren ist der W. ein tödliches Gift, weil sich daraus im Blut unlösliches Baryumsulfat bildet, welches die Capillargefäße verstopft; in England wird er daher zur Vertilgung der Ratten verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 705Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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