Wolff (Sir Henry Drummond), engl. Politiker und Diplomat, Sohn des Missionars Jos. W. und der Lady Georgiana Walpole, Tochter des zweiten Grafen von Oxford, wurde 12. Okt. 1830 in Malta geboren. Nachdem er teils in Rugby, teils auf dem Festlande seine Erziehung empfangen, trat er 1846 als Schreiber in das Auswärtige Amt, wurde 1852 Gesandtschaftsattaché in Florenz, begleitete 1856 den Grafen von Westmoreland auf einer Spezialmission nach Belgien, fungierte 1858 als Privatsekretär Lord Malmesburys in dem zweiten Ministerium Derby und wurde 1859 als Assistent im Auswärtigen Amt angestellt, wo er besonders mit den Angelegenheiten der Jonischen Inseln beschäftigt war, bis die Abtretung dieser Inseln an Griechenland (1864) seine Entlassung herbeiführte. Bei den allgemeinen Neuwahlen von 1874 als konservativer Kandidat für Christchurch ins Unterhaus gewählt, machte W. sich als eifriger Vorkämpfer der orientalischen Politik Lord Beaconsfields bemerkbar. Nach dem Abschluß des Berliner Friedens nahm er als engl. Kommissar teil an den Verhandlungen der internationalen Kommission, die mit der Regelung der für Ostrumelien gewährleisteten autonomen Verfassung beauftragt war. Bei den Neuwahlen von 1880 wurde W. für Portsmouth gewählt. In dem neuen Parlament war er ein eifriges Mitglied der von Lord Randolph Churchill gegründeten Vierten Parteiv. Im Juni 1885 sandte Lord Salisbury W. als Spezialkommissar nach Konstantinopel, um mit der Pforte über die Regelung der ägyptischen Angelegenheiten zu verhandeln. Später ging er zu demselben Zwecke nach Agypten und wurde dort auch als Unterhändler belassen, als Gladstone Jan. 1886 ans Ruder zurückkehrte. Als Autor ist W. mit einem Buch über „The residence of the first Napoleon in Elbas, einer übersetzung von Lesseps' Werk über den Suezkanal, sowie mehrern Flugschriften über die orientalische Frage und das engl. Kolonialreich vor die Offentlichkeit getreten.