Wolff (Julius), deutscher Dichter, geb. zu Quedlinburg 16. Sept. 1834, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte dann zu Berlin Philosophie und Litteraturwissenschaft und übernahm, nachdem er sich praktisch und auf Reisen technisch vorbereitet hatte, die Leitung der Tuchfabrik seines Vaters. Nachdem ihn die Ungunst der Verhältnisse genötigt hatte, von dieser Stellung zurückzutreten, gründete er 1869 die „(Harzzeitunge, von deren Redaction er jedoch im Juli 1870 zurücktrat, um den Deutsch-Französischen Krieg von 1870und1871 mitzumachen, den er in dem Cyklus von Kriegsliedern Aus dem Feldes (Berl. 1871) verherrlichte und nach dessen Beendigung er nach Berlin und später nach Charlottenburg übersiedelte. Hier lebt er ausschließlich schriftstellerischen Arbeiten. Sein poetisches Schaffen bethätigt sich besonders in dem lyrisch⸗-volkstümlichen und humoristischen Epos, dessen Ton er in meisterhafter Weise beherrscht. Hierher gehören: «Till Eulenspiegel redivivuso (Berl. 1875; 17. Aufl. 1886), dann namentlich «Der Rattenfänger von Hameln» (Berl. 1876, 25. Aufl. 1886; von Friedr. Hofmann zu einem Operntext umgearbeitet, zu welchem Victor Neßler die Musik komponierte) und „Der wilde Jägere (Berl. 1877; 24. Aufl. 1886). Darauf folgten „Tannhäuser (Berl. 1880; 11. Aufl. 1886), „Singufo, Lieder (Berl. 1881; 6. Aufl. 1886), dann die beiden Romane Der Sülfmeistere (Berl. 1883; 7. Aufl. 1886),« Der Raubgrafs(Berl. 1884; 6. Aufl. 1886) und das lyrische Epos «Lurleib (Berl. 1886). Weniger Anklang fanden seine Schauspiele: KKam1877), Drohende Wolkeno (Berl. 1878), «Der Fiskuso (Berl. 1882).