Woltaor Umgebung an einem Seitenbache der Woltawa, die zur Moldau geht, ist Sitz eines Bebiderr und zählt (1880) 2742 E. czech. Zunge, ie Leder⸗ und Handschuhfabrikation und Brauerei treiben. W. gehörte schon zu Ende des 14. derts der Dompropstei der prager Kathedralkirche, wurde dieser während der Hussitenstürme genommen, war dann eine Zeit lang Besitz des Malteserordens und kam 1621 wieder an die Dompropstei zurück. Böhm. Münzen aus der Zeit König Wenzels III., die man beim überbau des Kirchturms 1817 fand, lassen vermuten, daß die Stadtpfarrkirche unter jenem Könige (vielleicht 1306) gebaut worden sei. Wolke ist die Bezeichnung für eine in den höhern Schichten der Atmosphäre schwebende sichtbare Wasserdunstmasse. Bei Temperatur und Luftdruck von gegebener Höhe kann in einem Raume nur eine ganz bestimmte Menge Wasserdampf in gasförmigem Rence vorhanden sein; ist diese größtmöglichste Menge erreicht, so nennt man den Raum mit Feuchtigkeit gesättigt. Wird nun z. B. die Temperatur desselben erniedrigt, so muß ein Teil des Wasserdampfes seinen Aggregatzustand verändern, d. h. er muß in flüssige oder feste Form überehen, also je nach der herrschenden Temperatur asser (Nebel) oder Schnee bilden. Dasselbe tritt ein, wenn man einen Raum, der vorher nicht mit Wasserdampf gesättigt war, so weit abkühlt, bis eine Temperatur erreicht ist, bei der diese Sättigung eintritt. (Vgl. Taupunkt.) Der Vorgang bei der Wolkenbildung in der Atmosphäre ist aber ganz derselbe wie der eben geschilderte; als abkühlend wirkt dort das Einströmen eines kältern Luftstroms in eine fast gesättigte Luftmenge oder das Aufsteigen erwärmter Luft in kältere Regionen von natürlich auch geringerm Luftdruck. Die Elemente der Wolken sowohl wie die des Nebels (s. d.) sind meist kleine Wassertröpfchen; in Temperaturen unter Null, wie solche in großen Höhen immer herrschen, aber kleine Eiskrystalle. Auf diese Bestandteile der W. und daher auch zugleich auf deren Höhen über dem Erdboden gründet sich eine Klassifizierung derselben, nämlich in Eis wolken (Cirri) und Wasserwolken (Cumuli und Strati), welche Benennungen von dem Engländer Luke Howard herstammen, der allerdings damit nicht auf die physik. Eigenschaften der W. Bezug nahm, sondern einfach auf ihre äußere Form. Die Eiswolken, welche in ihren Bestandteiler noch dadurch bestätigt werden, daß in ihnen die Bildung der Höfe (s. Hof) und Ringe um Sonne und Mond (s. Sonnenringe und Mondringe) vor sich geht, treten in den beiden Formen der Feder⸗ oder Fadenwolken (s. Cirrus) und der Schleierwolken (Cirrostratus) auf. Beide besitzen bei großer Höhe über dem Erdboden eine vorwiegend horizontale Ausdehnung bei geringer Mächtigkeit. Während aber die letztere Form ein beinahe strukturloses, von leisem Anflug bis zu dichter, die Sonne völlig verhüllender Platte variierendes Flächengebilde ist, zeigt sich die Federwolke in feinen, teils geraden, teils quer oder federig gekämmten oder gebogenen und mannigfaltig verworrenen Fäden, die der Landmann oft als«Windbäume, der Seemann als «„Katzenschwänzes bezeichnet. Die Entstehung dieser auffallenden Gebilde, sowie der großen, zuweilen über den ganzen Himmel sich erstreckenden Cirrusbanden, wurde von Humboldt magnetischen und elektrischen Kräften zugeschrieben (und in der That zeigt sich namentlich häufig in Polargegenden ein merkwürdiger Connex dieser Wolkenform mit der Erscheinung des Polarlichts), und auch Ley war noch vor wenig Jahren dieser Ansicht, während man in neuerer Zeit ein rein mechan. Zustandekommen derselben für wahrscheinlicher hält. Der Bildungsvorgang bei diesen Wolken ist derselbe wie bei der streifenförmigen Anordnung, welche bei windigem Wetter die aus einem Schornstein aufsteigenden Rauchmassen zeigen, nur daß dort der Entstehungsort meist selbst in Bewegung ist, indem er mit dem Unterwinde fortschreitet, während der obere Teil des aufsteigenden Luftstroms in den nach Richtung und Geschwindigkeit abweichenden Oberwind hineinragt. Eine Übergangsform ist die Schäfchenwolke (Cirro— Cumulus), die aus zahlreichen, in gleichem Niveau nebeneinander gelagerten, meist schneeweißen Bällchen besteht; sie hat nahe Beziehungen teils zum echten Cirrus, teils auch zu den größern flockigen Wolkenteppichen der tiefern Regionen. Die unterhalb derjenigen Luftschicht, in welcher eine Temperatur von 0 C. herrscht, befindlichen Wolken zeigen sich je nach der Stärke der vertikalen Luftströmung in zwei Hauptformen, der Haufenwolke (s. Cumulus) und der Schichtwolke (s. Stratus). Die Haufenwolke wird vom aufsteigenden Luftstrom in den tiefern Schichten der Atmosphäre gebildet. Sie tritt besonders bei hoher Temperatur auf, und ist darum in den Tropen die gewöhnliche Wolkenform und bei uns die häufigste Sommerwolke. Im Winter tritt sie in Deutschland äußerst selten auf. Die Haufenwolke ist kenntlich an ihrer horizontalen, ebenen, etwas dunkeln Grundfläche, über welcher sie sich auf gewölbten, mehr oder minder kugelförmigen, im Sonnenschein stark glänzenden, weißen Gipfeln aufhäuft. Die untere Grenze dieser W. bezeichnet die Luftschicht, in welcher der aufsteigende Strom den Taupunkt erreicht hat. Mit dem Zunehmen oder Nachlassen dieses Stroms bilden sich diese W. in größerer oder geringerer Höhe, wodurch ein Heben oder Senken derselben stattzufinden scheint. Die zweite dieser Hauptformen, die Schichtwolke, ist durch vorwiegende Flächenentwickelung und meist geradlinige Grenzen charakterisiert. Man darf sie wohl als einfache Nebelbänke betrachten, die nicht bis auf die Erdoberfläche herabreichen. Zwischen beiden Formen gibt es viele Übergänge, welche die Metedrologie mit den Namen «„Cumulo-Stratus »„ oder „Strato-Cumuluss bezeichnet; doch sind die unter diesen Namen zusammengefaßten Formen nicht so bestimmt und auch nicht von allen Autoren gleichmäßig angenommen, als daß sie ohne Anschauung sich genauer erläutern ließen. Die Menge der W., welche sich am Himmel täglich bilden, ist in großen Zügen bestimmten Regeln unterworfen, sodaß man von einer täglichen und einer jährlichen Periode der Bewölkung sprechen kann. Die Ursache dieser Perioden ist der Stand der Sonne während des Tages und des Jahres, und man orückt dieselbe zahlenmäßig aus, indem der wolkenlose Himmel als Bewölkungsgrad 0, der ganz bedeckte mit 10 bezeichnet wird. Ein Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung des Bewölkungsgrades ist der Campbellsche Sunshine Recorderp (s. Registrierapparate). Findet eine stärkere Verdichtung der die W. bildenden Nebelmassen statt, so kommt es zu Niederschlägen (s. d.) und man bezeichnet dann die denselben entsendenden W. als Nimbus (s. d.) oder Regenwolken. (Ugl. auch Meteorologische Zeichen.) Die Häufigkeit der Wolkenbildung ist sehr verschieden an den verschiedenen Orten der Erde, und man bemißt dieselbe nach der Anzahl der völlig heitern Tage, welche im Jahre durchschnittlich eintreten; so hat z. B. Berlin nur etwa 30 heitere Tage, während einige Orte am Nordrande der Sahara deren 260 bis 270 haben. Litteratur. Dove, Der Kreislauf des Wassersv (2. Aufl., Berl. 1874); Tyndall, Das Wasser in seinen Formen als W. und Flüsse, Eis und Gletscher » (2. Aufl., Lpz. 1879); Mohn, «Grundzüge der Meteorologies (Berl. 1875); Sprung, „Lehrbuch der Meteorologiev (Hamb. 1885); Die moderne Meteorologie. Sechs Vorlesungen, gehalten auf Veranlassung der Meteorologischen Gesellschaft in London » (deutsch, Braunschw. 1882). Im weitern Sinne bezeichnet man mit Wolken auch andere leichte Massen, welche in wolkenähnlicher Gestalt in die Luft aufsteigen, und spricht daher von Rauchwolken, Staubwolken u. dgl.