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VerkehrBrockhaus 1882

Wolgast, Hafen⸗ und Handelsstadt im Regierungsbezirk Stralsund der preuß. Provinz Pommern, zum Kreise Greifswald gehörig, liegt an der Peene, welche 7 km davon in die Ostsee mündet und den Hafen der Stadt bildet, Station der Linie Züssow-W. der Preußischen Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts und eines Hauptzollamts, hat zwei Kirchen, ein Realprogymnasium und zählt (1885) 7800 E. Die Stadt hat bedeutende Dampfgetreidemühlen, zwei große Farbholzmühlen, eine bedeutende Spiritusfabrik, eine Piassava-Warenfabrik, ein Importgeschäft von amerik. Bauhölzern mit Bautischlereibetrieb, namentlich Parkett⸗ und Eacrei-aend Steinschleiferei, chem. Fabrik, Stickerei⸗ und Tabaksfabriken. Die hauptsächlichste Erwerbsquelle der Bewohner bildete früher die Schiffahrt, die jedoch im fortwährenden Rückgang begriffen; der Hafen nimmt Schiffe bis zu 5 m Tiefgang auf. W. besitzt 31 Schiffe mit 6346 Registertons, darunter 3 Dampfschiffe. Größere Fahrzeuge werden auf dem Ruden gelichtet und geladen, einem kleinen Eilande und einer Lotsenstation vor der Mündung der Peene, bekannt durch die Landung Gustav Adolfs 1630. W. ist eine sehr alte Stadt, war schon im 12. Jahrh. stark befestigt, sonst Sitz der Herzögevon Pommern-W., wurde 1628 von Wallenstein, 1630 von den Schweden, 1637 von den Kaiserlichen, 1638 von den Schweden und 1675 von dem Großen Kurfürsten von Brandenburg erobert, 1713 von den Russen geplündert und eingeäschert, 1715 jedoch von den Schweden wiedererobert. Wolgemut (Michael), s. Wohl gemut. Wolin (slaw. Volyné), Stadt in der Bezirkshauptmannschaft Strakonitz im südl. Böhmen in

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 735Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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