FeedWolzogen (Karoline von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Wolzogen (Karoline von), geborene! von Lengefeld, deutsche Dichterin, Schwester von Schillers Gattin, geb. 3. Febr. 1763 in Rudolstadt, genoß eine treffliche Erziehung. Eine bestimmte Richtung erhielt ihr geistiges Leben, als Schiller seit dem Herbste 1787 ein regelmäßiger Gast im Hause ihrer Mutter ward und sich bald darauf mit ihrer jüngern Schwester Charlotte verlobte. Karoline wurde 1784 an den rudolstädtischen Geheimrat von Beulwitz verheiratet, jedoch diese nicht glückliche Ehe nach zehn Jahren wieder getrennt. Im Sept. 1794 verheiratete sie sich mit dem nachmaligen weimarischen Oberhofmeister Wilhelm Freiherrn von Wolzogen (geb. 1762, gest. 1809). Als Dichterin trat sie, nach einigen kleinen Versuchen (Briefe aus der Schweizo in der cPomonao, 1784; „Der leukadische Felss, ein Drama, abgedruckt in Schillers Reuer Thaliar von 1792), zuerst ohne Nennung ihres Namens mit dem Roman „Agnes von Lilieno (2 Bde., Berl. 1798; neu herausgegeben von Borberger und Salomon, Stuttg. 1884) auf. Außer kleinen «Erzählungen » (2 Bde., Stuttg. 1826 — 27) verfaßte sie erst nach langem Zwischenraume wieder ein größeres Werk: «Cordeliaz (2 Bde., Lpz. 1840). Von weit größerer Bedeutsamkeit ist «Schillers Leben, verfaßt aus den Erinnerungen der Familie, seinen eigenen Briefen und den Nachrichten seines Freundes Körners E Bde., Stuttg. u. Tüb. 1830, 5. Aufl. 1876). Durchweg auf eigene Anschauung gestützt, hat sie hier ein Bild Schillers gezeichnet, welches sich durch Treue und liebevolle Wärme der Darstellung auszeichnet. Ihre spätern Lebensjahre brachte sie in Jena zu. Sie starb daselbst 11. Jan. 1847. Ihr Litterarischer Nachlaße erschien in 2 Bänden (Lpz. 1848—49; 2. Aufl. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 748Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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