Wolzogen (Ludw. Justus Phil. Adolf Wilh., Freiherr von), preuß. General der Infanterie, der Schwager von Karoline von W., geb. 4. Febr. 1774 zu Meiningen, wurde auf der Karlsschule zu Stuttgart erzogen, trat 1792 als Lieutenant in die württemb. Gardelegion, ging 1794 in preuß. Dienste und kam nach dem Frieden von Basel nach Breslau in Garnison. Er wurde 1802 Erzieher des Prinzen Eugen von Württemberg, trat 1804 wieder in württemb. Dienste als Hauptmann und Flügeladiutant und wurde 1805 Major. Doch nahm er 1807 den Abschied und begab sich nach Petersburg, wo er eine Stelle als Major im Generalquartiermeisterstabe erhielt. Durch militärische Denkschriften machte er sich dem Kaiser bemerklich, der ihn 1810 zu seinem Flügeladjutanten und 1811 zum Oberstlieutenant ernannte. Im Feldzuge von 1812 war er als Oberst dem Generalstabe des Generals Barclay de Tolly, später Kutusows beigegeben, 1813 war er im Stabe des Kaisers. Auf dem Schlachtfelde von Leipzig wurde er wegen seines Rats, die österr. Reserven nach Markkleeberg zur Unterstützung Kleists heranzuziehen, außer der Reihe zum Generalmajor befördert. Als der Herzog Karl August von Sachsen-Weimar das Kommando des neugebildeten dritten deutschen Armeekorps übernahm, wurde ihm W. als Chef beigegeben. Er machte unter diesem den Feldzug von 1814 in den Niederlanden mit und begleitete ihn später zum Kongreß nach Wien; 1815 trat er als Generalmajor wieder in die preuß. Armee. Während des J. 1816 erteilte er in Berlin dem Kronprinzen, sowie den Prinzen Wilhelm (ietziber Deutschen Kaiser) und Friedrich Unterricht in er Kriegskunst. Der König ernannte ihn 1818 zum Bevollmächtigten bei der Militärkommission des Deutschen Bundes, in welcher Stellung er, seit 1820 Generallieutenant, blieb, bis er 1836 als General der Infanterie in den Ruhestand versetzt wurde. Er starb 4. Juni 1845 zu Berlin. Die aus seinem Nachlaß von seinem Sohne veröffentlichten Memoireno (Lpz. 1851) bieten interessante Aufschlüsse über die Zeitgeschichte.