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ErdkundeBrockhaus 1882

Worms, ehemals eine Freie Reichsstadt und Sitz eines gleichnamigen Biskums, in der Provinz Rheinhessen des Großherzogtums Hessen, liegt am linken Ufer des Rheins, in einer höchst fruchtbaren Gegend (dem von den Minnesängern vielgepriesenen Wonnegau), ist Knotenpunkt der Linien Mainz-W.⸗Grenze, W.⸗Alzei-Bingen, W.⸗Rosengarten-Bensheim und W.⸗Gernsheim-Darmstadt der Hessischen Ludwigshahn und hat (1885) 21.927 E. (darunter ein Drittel Katholiken und 1300 Juden). Die Stadt ist Sitz eines Kreisamts, Amts-und Handelssoulee „hat ein Gymnasium, eine Real- und Vorchule, eine höhere Töchterschule, zwei Brauerschulen und ein reich dotiertes Bürgerhospital. Von den — 7 sehr zahlreich vorhandenen kirchlichen Gebäuen 2 noch acht Kirchen erhalten, deren drei von den Protestanten und drei von den Katholiken zum Gottesdienst benutzt werden. Unter den letztern ist besonders ausgezeichnet der schöne, in roman. Stil erbaute Dom (152 mlang und 36 mbreit), ein ehrwürdiges Gebäude, mit vier Türmen, zwei Kuppeln und Chören, bereits im 11. Jahrh. an Stelle einer ältern Kirche von Bischof Burchard begonnen, im 12. Jahrh. vollendet. Aus dem 14. Jahrh. stammt das gotische Südportal mit reichem plastischen Bilderschmuck. Die ebenfalls roman. Pauluskirche ist jetzt zunn Museum eingerichtet, das eine schöne Sammlung prähistorischer, römischer und fränkischer Altertümer, meist aus

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 752Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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