Winter (Peter von), deutscher Tonsetzer, geb. zu Mannheim 1755, erhielt frühzeitig Violinunterricht und wurde schon im Alter von 11 J. in der kurfürstl. Hofkapelle zu Mannheim angestellt. Im J. 1776 nahm er die Stelle eines Orchesterdirektors bei der Marchandschen Schauspielergesellschaft an, welche der Kurfürst von der Pfalz in seine Dienste genommen hatte, und 1778 folgte er dem Hofe nach München, der nunmehrigen pfalzbayr. Residenz. Im J. 1783 reiste W. nach Wien, wo er sich besonders durch Salieri bildete. Im J. 1788 wurde er in München an Abt Voglers Stelle Kapellmeister, und 1791 brachte er in Neapel und Venedig verschiedene Opern zur darunter Catone in Uticap, Antigonav, Isacrifizio di Creta). Während eines zweiten Aufenthalts in Wien in den J. 1794 —96 lieferte W. die Opern „Das Labyrintho, Die Pyramiden von Babylon⸗ (mit Gallus gemeinschaftlich komponiert) und vor allen Das unterbrochene Opferfesto. Letzteres Werk trug am meisten zur Verbreitung seines Ruhmes bei und gewann eine langdauernde Popularität. In München komponierte er die Opern „Maria von Montalbanv. Sodann brachte er in London, wo er sehr geschätzt war, 1803—5 die Opern Balletten auf die Bühne, dann in Paris Tamerlan und 1807 «Castor et Polluxo. Im J. 1816 unternahm er mit der von ihm gebildeten Sängerin Sigl (nachher Sigl⸗-Vespermann) eine längere Reise nach Italien, wo die Opern Maomettos, I due Valdomirio und Etelindas entstanden und auch aufgeführt wurden. Im J. 1814 erfolgte seine Ernennung zum Ritter des Civilverdienstordens der bayr. Krone (mit persönlichem Adel); damals schrieb er eine große Cantate über den Sieg Deutschlands. W. starb 17. Okt. 1825. Fließende Erfindung und Darstellung sind Hauptvorzüge seiner Werke. In seinen Opern, Cantaten, Kirchensachen, Liedern, Gesängen verbindet sich damit noch meisterliche Behandlung der Singstimmen; er gab auch eine große Gesangschule heraus (4 Abteil., Mainz 1824).