Wyttenbach (Dan.), einflußreicher holländ. Humanist, geb. 7. Aug. 1746 zu Bern, wo sein durch dogmatische und moralische Lehrbücher bekannter Vater Daniel W. (gest. 1779 als Professor u Marburg) damals als Prediger angestellt war. achdem sich der 714 zu Marburg, Göttingen und Leiden den philol. Studien gewidmet, erhielt er 1771 die Professur der griech. Sprache am Kollegium der Remonstranten, 1779 die der Philosophie am Athenäum zu Amsterdam und 1799 die der Beredsamkeit zu Leiden. Im J. 1816 trat er in das Privatleben zurück und starb 17. Jan. 1820 zu Osgeest. Seine Schriften zeichnen sich durch große Belesenheit, gesunde und geschmackvolle Kritik, besonders aber durch leichte, wenn auch bis— X. der 14. Buchstabe des griech., der 21. des lat., der 24. des deutschen Alphabets, bezeichnet im Griechischen die Lautverbindung ks und hat diese Geltung in den meisten Alphabeten, die es überhaupt anwenden, behalten; ganz abweichend ist die Aussprache im Spanischen, wo es wie ein stark gutturales eh lautet; in der neuern Zeit aber schreibt man für diesen Laut j und behält das Zeichen x nur da, wo man wirklich ks aussprechen soll, z. B. in auxilio (Hilfe), dagegen Mejico (Mexiko). Die altgriech. Alphabete besitzen zwei beträchtlich verschiedene Zeichen für jene Lautverbindung, deren eins der Form des lat. Buchstaben, X, zu Grunde liegt, aus dem wieder unser deutsches Zeichen stammt, während das andere im = des spätern griech. Alphabets fortgesetzt ist. weilen etwas breite Darstellung aus. Ruf erwarb er sich schon durch seine Epistola eriticas (Gött. 1769), die viele gute Verbesserungen der Werke des Julianus, Eunapius und Aristänetus enthält und von Schäfer in der Ausgabe der «Oratio in Constantini laudem o des Julianus (Lpz. 1802) wiederholt wurde. Hierauf folgten die Schrift des Plutarch „De sera numinis vindictas (Leid. 1772), die Eclogae seu seleécta principum historicorum capitap (Leid. 1793; 4. Aufl. 1807), der Phaedonvon Plato (Leid. 1810; neue Ausg., Lpz. 1825) und die Moralias des Plutarch (5 Bde., Oxf. 1705—1800), wozu noch besonders die Animadversiones (3 Bde., Oxf. 1810—-21) kamen. Aus seinen hinterlassenen Papieren erschien ein Index Graecitatis 5 (2 Bde., Oxf. 1830). Ebenso trug W. durch die «Praecepta philosophiae logicaes (Amsterd. 1782; neueste Ausg. von Maaß, Halle 1821) viel mit zur Erweckung eines höhern philos. Strebens in Holland bei, sowie er uberhaupt durch seine 4Bibliotheca criticah (12 Tle. in 3 Bdn., Amsterd. 1777—1808) und die Philomathia sive miscellanea doctrinas (3 Tle., Amsterd. 1809—17) die Altertumswissenschaft in umfassender Weise durch Bekanntschaft mit der ausländischen Litteratur zu heben und zu fördern suchte. Durch seine meisterafte Vita Ruhnkeniie (Leid. 1800; herausg. von rrotscher, Freib. 1846) setzte er seinem ehemaligen ehrer ein Denkmal. Seine vermischten Abhandlungen erschienen als &Opuscula varii argumenti (2 Bde., Leid. 1821; neue Ausg. von Friedemann Braunschw. 1825), seine Briefe unter dem Titei „Epistolarum selectarum fasciculi treso von Mahne (Gent 1830). Vgl. Mahne, Vita Wyttenbachiin (2. Aufl., Gent 1823). — Seine Gattin Johanna, geborene Gallien aus Hanau, die Tochter einer ältern Schwester W.s, mit der er sich, da er ihr ein Witwengehalt zuwenden wollte, erst in seinem 72. Jahre 1817 verband, eine sehr geistreiche Frau, lebte nach dem Tode ihres Gatten in Paris, erhielt 1827 von der Universität in Marburg die philos. Doktorwürde und starb 1830 auf einem Landgute bei Leiden. Sie hat mehrere anziehende Werke verfaßt, namentlich Théagène⸗ (Par. 1815; deutsch, Lpz. 1816), «Das Gastmahl des Leontiso (deutsch, Ulm 1821) und einen Roman Xlexiso (Par. 1823). Als Abkürzung steht X(zugleich das lat. Zahlzeichen für 10) in röm. Schriften u. s. w. für Denarius, weil derselbe aus 10 As bestand. In der Mathematik zeigt X die unbekannte Größe an. Auf ältern franz. Münzen bezeichnet X den Prägort Amiens, im kanonischen Recht den ersten Teil der Dekretalen. Xalapa, Stadt in Mexiko, s. Jalapa. Xalisco, jetzt amtlich Jalisco, einer der westl. Küstenstaaten Mexikos, auf einer Strecke von 665 km durch den Stillen Ocean und im Innern von den Staaten Sinaloa, Durango, Zacatecas, Aguas Calientes, Guanajuato, Michoacan und Colima begrenzt, entspricht der ehemaligen Intendanz Guadalaxara und bildete einst mit Zacatecas das sog. Königreich Neugalicien (Nuera Galicia). Der Staat zählt auf 100 625 qkm (1882) 983 484 E. Der größte Teil desselben liegt auf dem Westabhange der Cordillera von Anahuac und besteht teils aus Hochebenen, teils aus Gebirgszügen (im N. Sierra de Nayarit). Die höher gelegenen Plateaus sind baumlos, überhaupt arm an Vegetation, öde; die niedrigern da, wo kein Wassermangel vorhanden ist, fruchtbar; die Küste ist mit Waldungen bedeckt, die sehr gutes Bauholz liefern. Der einzige bedeutende, aber nicht schiffbare Fluß ist der Rio de Tolotlan oder Rio Grande de Santiago. Der See Chapäla (3140 qkm) ist der größte von ganz Mexiko. Die Bevölkerung ist großenteils im Thale des Santiago und gegen die Osgrenze hin zusammengedrängt. Die indian. Urbewohner X.8 gehören zu den Stämmen der Cazcanes, Guachichiles und Guamanes und sind ansässige, dem kath. Ritus zugethane Ackerbauer. Landwirtschaft und Bergbau, besonders auf Silber, sind die Hauptnahrungsquellen der Bewohner. Angebaut werden Zuckerrohr, Baumwolle und Tabak von vorzüglicher Güte. An der lagunenreichen nördl. Küste wird Seesalz gewonnen. Die Fabrikation von Rebozos und Taalos ist ansehnlich; auch Hüte, schöne Leder⸗ und Töpferwaren werden fast in alle Staaten der Republik verführt. — die Nachbarstaaten gehen außerdem Getreide, Mehl, Vieh und Baumwolle. Hauptstadt ist Guadalaxara (s. d.). Nach ihr ist die bedeutendste und volkreichste Stadt Tepic, von blühenden Gärten umgeben, in einer heißen, aber doch gesunden Bergebene, 800 m über dem Meere gelegen, einer der wichtigsten Handelsplätze des westl. Mexiko mit 24 788 E., Baumwollweberei und Zuckerfabrikation. [Gambenwerk.