Zacher (Ernst Julius Aug.), Germanist, geb. 15. Febr. 1816 zu Obernigk in Schlesien, studierte in Breslau Philologie, verweilte dann einige Jahre im Auslande als Hauslehrer bei einem preuß. Gesandten und lebte 1842—47 in Berlin, beschäftigt mit wissenschaftlichen Arbeiten. Im J. 1847 übernahm er eine Stellung an der königl. Universitätsbibliothek zu Halle, habilitierte sich ebendaselbst 1854 mit einer Abhandlung über das got. Alphabet, und ward daselbst 1856 zum außerord. Professor der deutschen Sprache und Litteratur befördert. Im J. 1859 ward ihm die ord. Professur für deutsche Sprache und Litteratur und das Oberbibliothekariat zu Königsberg übertragen. Eine schwere Augenkrankheit nötigte ihn, 1863 das Oberbibliothekariat niederzulegen. Nach Halle zurückversetzt, wirkt er dort seit 1863 als ord. Professor der deutschen Sprache und Litteratur. Er veröffentlichte: «Die deutschen Sprichwörtersammlungen nebst Beiträgen zur Charakteristik der Meusebachschen Bibliotheks (Lpz. 1852), «Das got. Alphabet Vulfilas und das Runenalphabetv (Lpz. 1855), KAlexandri Magni iter ad Paradisum o (Königsb. 1859), 4Pseudocallisthenes (Halle 1867) u. a. Die gedruckten Ergebnisse seiner Forschungen sind meist verstreut in Sammelwerken und Fachzeitschriften. Seit 1869 gibt er zu Halle eine Germanistische Handbibliotheks (6 Bde.) und mit Schulrat Höpfner die «Zeitschrift für deutsche Philologies (19 Bde. u. 1 Supplementbd.) heraus.