FeedXenien (grch. Xenia)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Xenien (grch. Xenia), eigentlich die kleinen Geschenke, welche die Alten nach der Mahlzeit den Gästen mit nach Hause zu geben pflegten; Martial gab dem 13. Buch seiner Epigramme diese überschrift. Auch Goethe und Schiller nannten die in Schillers Musenalmanach für 1797 gegen die Erbärmlichkeiten und Verkehrtheiten der zeitgenössischen Litteratur gerichteten Epigramme in satirischem Sinne X. Sie erregten bei den Angegriffenen viel Erbitterung, übten aber auf die Litteratur eine so heilsame reinigende Wirkung, daß sie einen bleibenden Namen behalten haben. Wenn jetzt von X. gesprochen wird, sind vorzugsweise diese Goethe-Schillerschen Epigramme gemeint. Es war eine so durchaus gemeinsame Arbeit, daß beide Dichter selbst ihren Anteil nicht vollständig zu scheiden vermochten. Neu herausgegeben wurden dieselben mit Anmerkungen von Ad. Stern als«Goethe-Schillers X.v (Lpz. 1872). Vgl. Boas, Schiller und Goethe im Xenienkampfo (2 Bde., Stuttg. 1851), und Saupe, «Die Schiller-Goetheschen X. v (Lpz. 1852).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 803Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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