FeedXenokrätes
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Xenokrätes, griech. Philosoph, geb. zu Chalcedon 396 v. Chr., war zugleich mit Aristoteles ein Schüler des Plato. Nach Platos Tode begab er sich mit Aristoteles nach Kleinasien, doch kehrte er bald zurück und wurde nach Speusipps Tode der zweite Nachfolger des Plato in der Akademie, welcher er 25 Jahre lang, bis an seinen Tod (314 v. Chr.), vorstand. In seinen Lehren verfolgte er die von Plato zuletzt eingeschlagene Richtung einer Verschmelzung der Ideenlehre mit dem Pythagoräismus, indem er die Ideen und Zahlen identifizierte, alle Wesen aus dem Einen und dem unbestimmten Vielen hervorgehen ließ, und hierauf eine mythische und mystische Theologie gründete, in welcher die Götternamen als Symbole der Urzahlen galten. Auch die Seele nannte er eine sich selbst bewegende Zahl. In der Moralphilosophie lehrte er nach Sokrates die Identität von Tugend und Glückseligkeit; die letztere bestehe in der dem Menschen angemessenen Tüchtigkeit. Die Athenienser schickten ihn mit Aufträgen an den König Philipp von Macedonien. Von seinen philosophischen Schriften ist keine erhalten. Vgl. Wynpersse, Diatribe de

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 803Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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