FeedZachariä (Heinr. Albert)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Zachariä (Heinr. Albert), namhafter deutscher Rechtslehrer, geb. 20. Nov. 1806 zu Herbsleben im Herzogtum Gotha, studierte seit 1825 die Rechte zu Göttingen und habilitierte sich 1830 daselbst. Seinem „Grundriß zu Vorlesungen über das braunschw. Privatrechte (Gött. 1832) ließ er eine Reihe kriminalistischer Arbeiten folgen. Später schlossen sich noch an »Die Gebrechen und die Reform des deutschen Strafverfahrens (Gött. 1846), in welcher Schrift er sich zu Gunsten der Reform des Strafprozesses auf der Grundlage des accusatorischen Prinzips und des Prinzips der Mündlichkeit aussprach, und das »Handbuch des deutschen Strafprozesses⸗ (2 Bde., Gött. 1861— 68). Seit 1838 war er Mitherausgeber des „Archivs für das Kriminalrechto. Inzwischen war Z. 1835 zum außerord. und 1842 zum ord. Professor in Göttingen ernannt worden. Seit 1837 hatte er auch das Kirchenrecht, seit 1838 das Staatsrecht, wozu später noch die Rechtsencyklopädie und das europ. Völkerrecht kamen, in den Kreis seiner Vorlesungen aufgenommen. Als Frucht dieser Studien erschien das «Deutsche Staats- und Bundesrechto (3 Bde., Gött. 1841—45; 3. Aufl., 2 Bde., 1865—66), zu welchem Die deutschen Verfassungsesetze der Gegenwarte (Gött. 1855; 1. und 2. Fortetzung, 1858—63) als Quellensammlung hinzutraten. Als Abgeordneter Göttingens war Z. 1848 Mitglied des Vorparlaments und des Fünfziger-Ausschusses. Aus diesem trat er im April 1848 als Bevollmächtiger der Krone Hannover in das sog. Vertrauenskollegium des Bundestags und wirkte wesentlich mit zum ersten Entwurf einer deutschen Reichsverfassung. Hierauf war er Mitglied der Deutschen Nationalversammlung und der Gothaer Versammlung im Juni 1849. Im Febr. 1867 wurde er in Göttingen in den konstituierenden Norddeutschen Reichstag gewählt. Seit 1867 vertrat er die Universität Göttingen als lebenslängliches Mitglied im preuß. Herrenhause. Z. starb auf einer Ferienreise zu Cannstatt 29. April 1875.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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