Zahn Ind Maler Wilh.), namhafter deutscher Architekt und Maler, geb. 21. Aug. 1800 zu Rodenberg in der Grafschaft Schaumburg, besuchte 1817 —23 die kurfürstl. Akademie zu Kassel und erfand 1818 eine Verbesserung des lithographischen Farbendrucks, dessen Vervollkommnung ihn seitdem fortwährend beschäftigte. Im J. 1823 ging er nach Paris, 1824 nach Italien. Als erste Frucht seines ital. Aufenthalts erschienen Die neuentdeckten Wandgemälde von Pompejiv (Stuttg. 1828). Nach seiner Rückkehr (1827) nahm Z. an der Ausschmückung mehrerer kurfürstl. hess. Schlösser teil und wandte sich dann nach Berlin, wo er sein Hauptwerk: «Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiär (100 Tafeln in 10 Heften, Berl. 1828 -30), herausgab, mit welchem er zugleich von seiner Erfindung des Farbendrucks ein glänzendes Zeugnis ablegte. Das Werk veranlaßte 1829 Z3.s Ernennung zum Professor an der Akademie der Künste. Er besuchte 1830 wieder Italien und brachte die nächsten Ca Jahre fast ausschließlich in Neapel, Pompeji, Calabrien und Sicilien zu. Nach Berlin zurückgekehrt, veröffentlichte er die gewonnenen ornamentistischen Schätze zunächst in einer zweiten Folge seines Prachtwerks über Pompeji (100 Tafeln in 10 Heften, Berl. 1841 — 45), welcher sich alsbald »Auserlesene Verzierungen aus dem Gesamtgebiet der bildenden Kunst (5 Hefte, 25 Tafeln, Berl. 1842—44), sowie noch eine dritte Hels⸗ des erstern (ebenfalls 100 Tafeln in 10 Heften, erl. 1859 —63) anschlossen. Seine Wirksamkeit bereicherte die Kenntnis der altgriech. Kunst und die gegenwärtige Architektur mit einer Menge von neuen Resultaten. Z. umfaßte auch die mittelalterliche Ornamentik und selbst die ital. Renaissance, wie seine«Ornamente aller klassischen Kunstepocheno (20 Hefte mit 100 farbigen Tafeln, nebst Text, Berl. 1832—39; 3. Aufl. 1869 —71) zeigen. Zu einem größern Prachtwerke: «Die antiken Villen in Campanieno, hatte er bereits die Materialien gesammelt, als er 22. Aug. 1871 in Berlin starb.