FeedZumbusch (Kaspar Clemens)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Zumbusch (Kaspar Clemens), namhafter Bildhauer, geb. 23. Nov. 1830 zu Herzebrok in Westfalen, ging 1848 nach München, wo er in das Atelier Halbigs eintrat, und im folgenden Jahre mit seinem Lehrmeister nach Italien. Im J. 1853 begann er bereits selbständige Arbeiten im Porträtfache; 1857 wiederholte Z. den Besuch Italiens und gewann namentlich durch seinen Aufenthalt in Rom die letzte Ausbildung. Zu den größern Aufträgen, welche er nach seiner Rückkehr übernahm, gehören: die Statue des Geschichtschreibers Otto von Freising, die Waldenburgsche Grabkapelle (Berlin) und die Mariensäule für Paderborn. Nachdem er sich 1863 an der Konkurrenz für das Denkmal Friedrich Wilhelms III. in Köln beteiligt und die Büste des Königs Ludwig II. von mnal fin modelliert, erhielt sein Entwurf zum Denkmal für König Max von Bayern den Preis, und er vollendete 1875 die Ausführung des in der Maximiliansstraße zu München aufgestellten figurenreichen Werks. Mittlerweile (1873) war Z. dem Rufe als Professor der Plastik an der Akademie in Wien gefolgt. Dort lieferte er zunächst ein Monument Beethovens mit allegorischen Nebenfiguren; es folgten die Statuen des Generals Rumford für München, das Siegesdenkmal für Augsburg, die Statue des Anatomen Herz für Nürnberg, sodann Hauptgestalten aus Richard Wagners Opern (in Marmor für König Ludwig II. von Bayern ausgeführt), Reliefs für die freiherrlich von Frauenhofersche Gruft, das Schindlersche Grabdenkmal für Salzburg, das Sagersche für München. Von seinen zahlreichen plastischen Bildnissen sind besonders zu nennen: R. Wagner, Liszt, Schönlein (für Bamberg), Moltke, Martius, Minister Stremayr, Sophie Schröder (für den münchener Friedhof), Erzherzog Karl Stephan, Kaiser Franz Hein Seit längerer Zeit arbeitet Z. an dem großen Monument Maria Theresias, welches an der Ringstraße in Wien seine Aufstellung finden soll, sowie seit 1886 an demjenigen des Feldmarschalls Radetzky. Julius 3., Bruder des vorigen, ebenfalls Bildhauer, geb. 16. Juli 1832 zu Herzebrok, trat 1851 in Halbigs Atelier in München und bildete sich besonders unter dem Einflusse des Görresschen Kreises. Im J. 1858 wurde er Laienbruder im Redemptoristenkloster zu Alt-Otting, erfuhr jedoch daselbst einen Umschwung seiner streng kirchlichen Anschauungen und kehrte 1866 nach München zurück, wo er teils selbständig arbeitete, teils seinen Bruder unterstützte. Seine Thätigkeit bewegt sich vornehmlich im Porträtfache.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 958Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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